Aktien Schweiz: Leichte Verluste - Nestlé stützen nach starken Zahlen

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt gibt am Gründonnerstag etwas nach. Nach einer Eröffnung noch über 9'600 Punkten sind die Kurse am kleinen Verfallstermin rasch in die negative Zone zurückgekommen. In der Folge hat sich die Lage trotz eher enttäuschender Daten zu den Einkaufsmanagerindizes in der Eurozone in der zweiten Handelsstunde wieder stabilisiert. Gestützt wird der Gesamtmarkt insbesondere von den nach Zahlen gesuchten Nestlé. Ansonsten sind kurstreibende Nachrichten eher Mangelware.

Vor dem langen Osterwochenende sei die Risikobereitschaft der Investoren begrenzt, heisst es in Marktkreisen zum aktuellen Börsengeschehen. Ausserdem befinde sich der hiesige Leitindex weiterhin nur knapp unter seinem Allzeithoch von vor gut einer Woche, und somit sei das Aufwärtspotential etwas beschränkt. Im weiteren Tagesverlauf könnten allenfalls noch Konjunkturdaten aus den USA für etwas Bewegung sorgen. Dort werden am Nachmittag die Angaben zu den Detailhandelsumsätzen publiziert, was Hinweise auf die Stimmung der Konsumenten liefert.

Der Swiss Market Index (SMI) fällt bis um 10.50 Uhr um 0,15 Prozent auf 9'581,76 Punkte zurück. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,23 Prozent auf 1'503,32 Punkte nach und der Swiss Performance Index (SPI) 0,07 Prozent auf 11'487,2 Punkte. Von den 30 Top-Werten stehen 16 tiefer und 13 höher, Givaudan notieren unverändert.

Klar im Fokus stehen Nestlé (+1,0%), welche den SMI vor einem stärkeren Rückfall bewahren. Der Nahrungsmittelmulti hat mit seinem Wachstum im ersten Quartal die Erwartungen übertroffen. Auch gegenüber den Konkurrenten machte Nestlé damit eine gute Figur. Analysten sehen Nestlés Quartalswachstum als weiteres Zeichen dafür, dass der Turnaround auf gutem Kurs ist. Wermutstropfen sind die schwache Entwicklung beim Wassergeschäft sowie in der Division AOA.

Der zweite Blue Chip mit Zahlen, Lonza (+1,7%), steht gar an der Tabellenspitze. Zwar löst der am Morgen vorgelegte Zwischenbericht bei Analysten keine Begeisterungsstürme aus, denn die (konservativen) Jahresziele für 2019 wurden nicht - wie teilweise erhofft - erhöht. Nach den Abgaben der vergangenen Woche komme es nun aber zu einer Gegenbewegung.

Guten Gewinn verzeichnen darüber hinaus noch Julius Bär (+0,9%).

Die Aktien der Schmuck- und Uhrengruppen Swatch (-1,0%) und Richemont (+0,5%) zeigen sich uneinheitlich. Die am Morgen publizierten Daten zu den Schweizer Uhrenexporten im März sind erneut über den Erwartungen ausgefallen. Doch es sind vor allem die teuren Uhren, die gefragt waren, wovon der Genfer Luxusgüterkonzern mehr profitiert als Swatch.

Die grössten Verluste weisen die seit dem Börsenstart der vergangenen Woche stets volatilen Alcon (-3,4%) auf. Sie liegen damit aber immer noch leicht über dem Niveau des allerersten Kurses von 55 Franken.

Dahinter leiden AMS (-2,6%) etwas unter Gewinnmitnahmen und auch CS (-1,5%) werden zurückgebunden.

Belastet wird der Gesamtmarkt vor allem von den Pharmaschwergewichten, so geben Novartis 0,6 Prozent nach und Roche 0,5 Prozent. Als Grund dafür sehen Beobachter Unsicherheiten wegen der politischen Diskussionen in den USA um einen Systemwechsel, welcher die Vergütungen der Pharmaunternehmen beschneiden könnte.

Im breiten Markt gewärtigen GAM (-3,1%) deutlichere Abgaben. Der derzeit sehr volatile Titel hatte am Vortag dank eines guten Zwischenberichts noch einen massiven Sprung nach oben um über 15 Prozent gemacht; nun werden die Gewinne teils wieder realisiert.

Die Aktien des Biotech-Unternehmens Idorsia (-1,3%) büssen nach Quartalszahlen etwas an Terrain ein. Dagegen erhalten Stadler (+0,4%) von einem Auftrag aus Finnland etwas Rückenwind. Die Aktie bewegt sich indes seit dem Börsengang von vergangener Woche relativ stabil etwa rund 10 Prozent über dem Ausgabepreis von 38 Franken.

Etwas auffällig sind noch Conzzeta (-2,4%). Die Papiere des Mischkonzerns hatten seit Monatsbeginn bis am Vortag um knapp 20 Prozent auf eine neues Jahreshoch zugelegt; auch hier kommt es nun zu Gewinnmitnahmen.

cf/kw