Ausblick Vifor: Halbjahresumsatz von 868 Millionen Franken erwartet

Zürich (awp) - Der Pharmakonzern Vifor wird am Donnerstag, 8. August die Zahlen zum ersten Semester 2019 vorlegen. Insgesamt haben sieben Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.

H1 2019E
(in Mio Fr.)          AWP-Konsens    H1 2018A   

Nettoumsatz            868,2           747,4
EBITDA                 239,8           192,0
Reingewinn*             70,5           118,0

 * aus dem fortgeführten Geschäft nach Minderheiten

FOKUS: Wenn das Pharmaunternehmen über den Geschäftsverlauf der zurückliegenden sechs Monate berichtet, gehen einige Analysten mittlerweile davon aus, dass Vifor seine Jahresprognose leicht nach oben anpassen dürfte. So geht etwa der Experte von JPMorgan davon aus, dass das Unternehmen neu ein Umsatzwachstum von 12 bis 14 Prozent in Aussicht stellen dürfte. Bei EBITDA wiederum geht der Experte davon aus, dass Vifor hier nun eine Spanne zwischen 25 und 30 Prozent Wachstum anpeilen werde.

Allerdings, so sind sich die Experten auch einig, würde das Management um den VPR-Präsidenten Etienne Jornod, damit letztlich nur dem Konsens folgen, der bereits ein durchschnittliches Wachstum in diesen Spannen prognostiziert.

Das Hauptaugenmerk dürfte der Umsatzentwicklung der Hoffnungsträger Veltassa und Ferinject/Injectafer gelten. Immerhin traut das Management beiden Mittel mittelfristig Blockbusterpotenzial zu, also Umsätze jenseits der Milliarden-Grenze.

ZIELE: Bei der Vorlag der Jahreszahlen Mitte März hatte Vifor einmal mehr bekräftigt, 2020 Umsätze von mehr als zwei Milliarden Franken erreichen zu wollen. Der Betriebsgewinn EBITDA soll im kommenden Jahr einen Wert von 700 Millionen erreichen.

Auf dem Weg dorthin stellte Vifor für 2019 ein Umsatzplus von 11 bis 13 Prozent in Aussicht. Der EBITDA soll mit plus 25 Prozent noch stärker zulegen. Mit Blick auf die zugelassenen Produkte hiess es, die Umsätze mit Veltassa zur Behandlung von Hyperkaliämie soll 2018 um 50 Prozent steigern, die mit dem Eisenpräparat Ferinject um etwa 20 Prozent.

Zudem stellte Vifor für das laufende Jahr mindestens eine weitere Einlizenzierung, Produkt- oder Unternehmensakquisition in Aussicht. Allerdings hat Unternehemschef Etienne Jornod hier zuletzt eingeschränkt, dass man derzeit nicht über grössere Zukäufen nachdenkt.

PRO MEMORIA: In den vergangenen Monaten hat Vifor die Ziele umgesetzt und beispielsweise mit dem US-Biopharmaunternehmen Akebia Therapeutics ein bestehendes Lizenzabkommen ausgeweitet. Neu darf Vifor das Akebia-Mittel Vadadustat, sobald es von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassen ist, zusätzlichen Dialyseorganisationen in den USA verkaufen. Bisher war lediglich der Verkauf an Dialysekliniken von Fresenius Medical Care in den USA vorgesehen. Mit dem neuen Abkommen kann Vifor eigenen Angaben zufolge bis zu 60 Prozent der Dialysepatienten in den USA erreichen.

Mit einer gewissen Erleichterung hat der Markt zudem die Studienergebnisse eines Konkurrenzproduktes des Eisen- und Dialysespezialisten aufgenommen. Das von FibroGen und AstraZeneca entwickelte und vermarktete Roxadustat habe in einer Studie keine überlegene Sicherheit im Vergleich zum Vifor-Medikament gezeigt, hiess es seinerzeit von Analysten.

Derweil hat Vifor selbst mit seinem Kaliumbinder Veltassa in einer Phase-II-Studie die gesteckten Ziele erreicht. Das Mittel wurde bei Patienten mit resistenter Hypertonie (RHTN) und einer chronischer Nierenerkrankung (CKD) getestet.

AKTIENKURS: Mit einem Kursplus von mehr als einem Drittel seit Jahresbeginn gehören die Vifor-Aktzien zu den grössten Gewinnern unter den Blue Chips. Ihr Jahreshoch haben sie denn auch erst kürzlich bei 151,70 Franken gesetzt. Aktuell gehen sie für 140,90 Franken über den Tisch. Der Gesamtmarkt (SPI) hat zeitgleich 21 Prozent hinzugewonnen.

hr/an