Highlight-Verwaltungsratspräsident: Sport1 ist nicht gefährdet

Zürich (awp) - Das an der Schweizer Börse kotierte Medienunternehmen Highlight Event & Entertainment wird unter anderem wegen der Covid-19-bedingten Absage von Sport- und Kinoanlässen kräftig durgeschüttelt. Dennoch zeigt sich Verwaltungsratspräsident Bernhard Burgener in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" zuversichtlich für das Unternehmen.

So sieht er die Sport1-Medien nicht gefährdet. "Sport1 hat keine Schulden, keine Bankverpflichtungen und verfügt über die notwendigen liquiden Mittel, auch während der Pandemiezeit ihren Verpflichtungen nachzukommen", sagte Burgener.

Wie alle Konzerngesellschaften müsse auch Sport1 Medien unabhängig von der Coronakrise alles unternehmen, um per Stichtag 31.Dezember 2020 ein positives Ergebnis zu erreichen. Das geplante Umsatzvolumen könne in der aktuellen Situation nicht erreicht werden, "entsprechend müssen auch die Kosten tiefer ausfallen", so Burgener weiter. Das Management versuche alles, um das Ergebnisziel in diesem Jahr zu erreichen.

Bei Constantin Film rechnet Burgener aufgrund fehlender Einnahmen bei den Kinos mit einem tieferen Umsatz. Dafür würden aber auch die Kosten für die Herausbringung und die Erstabschreibung der Kinofilme wegfallen. "Wir gehen zum heutigen Zeitpunkt davon aus, dass wir dank unserer starken Filmlibrary mit Einnahmen aus Home Entertainment, Rechteverkauf an TV-Sender und Streamingdienste sowie der Auslieferung der TV-Auftragsproduktionen ein positives Betriebsergebnis für das Segment Film ausweisen, bei entsprechend tiefem Umsatz", so Burgener weiter.

Mit hohen Wertberichtigungen oder Abschreibungen auf das Filmvermögen bei Constantin Film rechnet Burgener nicht. Die Abschreibungen der Filme zum Zeitpunkt des Kinoverleihs, des Home-Entertainment-Vertriebs und der Freigabe für das Pay TV seien fest vorgegeben, so dass am Ende des ersten Auswertungszyklus mindestens 85 Prozent der Herstellungskosten abgeschrieben seien. Die verbleibenden 15 Prozent würden über eine Restlaufzeit von zehn Jahren auf null abgeschrieben.

Im weiteren zeigte sich Burgener nicht unzufrieden darüber, dass die vollständige Übernahme von Constantin Medien nicht gelungen ist. "Mit einer komfortablen Mehrheit von über 94 Prozent sind wir zufrieden". Ein Squeeze-out bleibe eine Option. "Allerdings wollen wir die nächste Hauptversammlung der Sport1 Medien abwarten", so Burgener. Mit der Einladung an die Aktionäre zur Hauptversammlung erhalten man jeweils einen Anhaltspunkt für die Anzahl Aktionäre. "Wir gehen davon aus, dass sich die verbleibenden Titel auf mehr als 35'000 Depots bei Kleinaktionären verteilen."

sig/rw