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OC OERLIKON
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Nachrichten von AWP von OC OERLIKON
Datum Zeit Titel
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05.05.2020 18:42 Oerlikon reagiert mit Kostensenkung und Stellenabbau auf Krise
05.05.2020 16:21 Oerlikon reagiert mit Kostensenkung und Stellenabbau auf Krise
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05.11.2019 07:06 Oerlikon mit tieferen Umsatz und Gewinn - Aktienrückkauf geplant
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Oerlikon reagiert mit Kostensenkung und Stellenabbau auf Corona-Krise
05.05.2020 09:43

(Meldung um weitere Details und Aussagen von CEO Roland Fischer ergänzt)

Pfäffikon (awp) - Der Industriekonzern Oerlikon hat im ersten Quartal 2020 schwer unter der Corona-Krise gelitten. Während sich der Bereich Kunstfaser bald wieder erholen dürfte, haben die negativen Auswirkungen in der Oberflächentechnik zwar später eingesetzt, dürften dafür aber das Geschäft nachhaltiger bremsen. Der Konzern plant als Reaktion Kostensenkungen und einen Stellenabbau.

Insgesamt büsste der Oerlikon-Konzernumsatz im ersten Quartal 15 Prozent auf 529 Millionen Franken ein und der Auftragseingang lag mit 477 Millionen rund 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA sank um 38 Prozent auf 58 Millionen.

Verzögerungen bei Manmade Fibers

Das Segment Manmade Fibers wurde im ersten Quartal durch den Produktionsausfall in China und Verzögerungen bei den Genehmigungen für Projekte hart getroffen", sagte Oerlikon-CEO Roland Fischer am Dienstag gegenüber AWP. Bei Manmade betrug das Umsatzminus im ersten Quartal 19 Prozent auf 205 Millionen Franken und der Betriebsgewinn halbierte sich auf 18 Millionen.

Die Produktion in China stand ab Ende Januar und im Februar still. Daneben werden eine geringere Nachfrage nach Ausrüstung und Ersatzteilen in Nordamerika und Europa als Gründe für den Rückgang genannt.

"Wir haben hier aber den Boden gesehen und werden die für das Gesamtjahr geplanten Zahlen schaffen", ist der Oerlikon-Chef überzeugt. Die strategischen Investitionen der chinesischen Kunden in Filamentanlagen würden hier eine gute Visibilität schaffen. Dabei verwies Fischer auch auf die zuletzt gemeldeten Aufträge im Volumen von 600 Millionen Franken und einem Zeithorizont bis 2023.

Für eine "kleine Sonderkonjunktur" würde die derzeitige Nachfrage für die Meltdown-Technologie von Oerlikon sorgen. Diese werden zur Produktion von Vliesstoffen verwendet, wie sie etwa für chirurgische Gesichtsmasken nötig sind.

Surface wird länger leiden

Bei der Oberflächentechnik habe die Corona-Krise erst ab März deutlich negative Auswirkungen gehabt. Entsprechend rechnet Fischer hier mit dem Höhepunkt der Beeinträchtigungen erst im laufenden zweiten Quartal und geht auch nur von einer schrittweisen Erholung aus.

Bei Surface Solutions ging der Umsatz um 12 Prozent auf 325 Millionen Franken zurück und das EBITDA verringerte sich um rund 36 Prozent auf 39 Millionen. Die Schwäche im Sektor Automobil sei durch die Corona-Krise noch verstärkt worden und der Shutdown in China habe in der Lieferkette zu Unterbrüchen geführt. Auch die Flugzeugindustrie sei mit einem noch nie dagewesenem Stillstand konfrontiert.

Mit Blick auf die Hauptmärkte bleibt Fischer vorsichtig. "In China erholt sich die Automobilindustrie schnell", betonte er. In Europa sei die Erholung aber unsicherer. "Auch hier fahren die Zulieferer ihre Produktion langsam wieder an, aber auf einem tieferen Niveau." Im Bereich Luftfahrt rechnet der Oerlikon-Chef nicht mit einer Erholung vor Ende des Jahres oder 2021.

An den bereits vor der Krise geplanten Kosten- und Effektivitätsmassnahmen will Fischer festhalten und sie gegebenenfalls noch intensivieren. Dabei sei bei Surface wie bekannt auch ein Stellenabbau von rund 800 Arbeitsplätzen geplant, was ungefähr 10 Prozent der Stellen entspricht.

Jahresausblick zurückgezogen

"Da wir die Dauer und das Ausmass der Ausbreitung des Virus nicht voraussagen können, ziehen wir die Prognose für das Jahr 2020 zurück", sagte Fischer. Anfang März hatte das Management noch eine flacher Umsatzentwicklung und eine Marge von bis zu 14,5 Prozent erwartet.

Man habe Massnahmen ergriffen, um die Mitarbeitenden zu schützen und die Geschäftskontinuität zu wahren. Oerlikon verfüge über eine solide Kapitalstruktur, starke Liquidität und eine nettoschuldenfreie Bilanz, wird weiter betont. Ein Massnahmenplan zur Sicherung der Liquidität und zur Senkung der Kosten in allen Geschäftsbereichen sei in Umsetzung. Das Mittelfristziel einer EBITDA-Marge von 16 bis 18 Prozent werde weiter angestrebt.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz erreicht und beim Betriebsergebnis übertroffen. Der Auftragseingang lag jedoch klar unter den Schätzungen.

yr/an