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PARTNERS GROUP N
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10.09.2019 08:16

(Durchgehend neu und ergänzt um mehr Details)

Baar (awp) - Beim Vermögensverwalter Partners Group hat ein Einbruch der performanceabhängigen Einnahmen das Halbjahresergebnis belastet. Die sonst so erfolgsverwöhnte Zuger Gesellschaft enttäuschte somit die Markterwartungen.

Insgesamt stiegen die Erträge in der ersten Jahreshälfte 2019 zwar um 4 Prozent auf 682 Millionen Franken, wie Partners Group am Dienstag mitteilte. Die Management-Gebühren machten dabei 552 Millionen aus, was einem Plus von 14 Prozent entspricht. Die performanceabhängigen Einnahmen gingen jedoch um mehr als ein Viertel auf 130 Millionen Franken zurück.

Diese "Performance Fees" sind weniger kalkulierbar als die wiederkehrenden "Management Fees", welche abhängig von den verwalteten Vermögen wachsen. Sie "wurden teilweise durch Unsicherheiten und eine damit einhergehende Zunahme der Volatilität an den Finanzmärkten zu Jahresbeginn beeinflusst", hiess es. Konkret heisst das: Partners Group musste wegen des schwierigen Marktumfelds die Verkäufe einiger Investments aufschieben.

Partners Group ist auf Privatmarktanlagen spezialisiert und kauft Unternehmen, um diese herauszuputzen und dann nach einigen Jahren gewinnbringend zu veräussern. Der Anteil der performanceabhängigen Gebühren am Gesamtertrag lag im ersten Semester auch unter jenem der Jahresprognose von 20 bis 30 Prozent. Für das Gesamtjahr 2019 geht das Unternehmen aber nach wie vor davon aus, diese zu erreichen.

Personalkosten steigen überproportional

Der starke Zuwachs an Personal über die vergangenen zwölf Monate habe zudem dazu geführt, dass der Personalaufwand überproportional (+6 Prozent) stieg, wie Partners Group weiter mitteilte. Wie bereits seit Mitte Juli bekannt, nahm die Anzahl der Mitarbeiter im ersten Halbjahr um 10 Prozent auf 1'326 zu.

Der Asset Manager ist stark abhängig von seinen Leuten, und das Personal muss üblicherweise im Einklang mit der Zunahme an verwalteten Vermögen wachsen. Bis Ende 2020 rechnet die Gesellschaft mit mehr als 1'500 Mitarbeitern.

In der Folge stiegen im Berichtszeitraum sowohl der EBIT als auch der Reingewinn um jeweils 1 Prozent auf 432 Millionen beziehungsweise auf 397 Millionen Franken. Die EBIT-Marge sank auf 63 Prozent von 65 Prozent im Vorjahr, wobei das Unternehmen sich eine Marge von rund 60 Prozent als Ziel gesetzt hat.

Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt höhere Erträge von 708 Millionen Franken erwartet. Der EBITDA war auf 463 Millionen und der Reingewinn auf 404 Millionen geschätzt worden.

Jahresausblick bestätigt

Wie bereits seit dem Zwischenbericht im Juli bekannt, verwaltete die Gesellschaft per Ende Juni mit 79,8 Milliarden Euro 9,6 Prozent mehr Vermögen als noch Ende 2018. Die neuen Kundennachfragen erreichten in den ersten sechs Monaten 7,4 Milliarden Euro nach 6,2 Milliarden im Vorjahr. Für die hauptsächlich institutionellen Kunden - mehr als die Hälfte sind Pensionskassen - wurde im ersten Halbjahr eine Summe von 6,9 Milliarden US-Dollar investiert.

Mit Blick in die Zukunft bestätigte Partners Group zudem am Dienstag auch die weiteren Prognosen für das Gesamtjahr: Das Unternehmen rechnet weiterhin mit Kapitalzusagen in der Höhe von 13 bis 16 Milliarden Euro. Es dürfte ausserdem zu Tail-Down-Effekten von -6,5 Milliarden bis -7,5 Milliarden Euro kommen.

Bei Partners Group ist der Grossteil der Produkte darauf ausgelegt, dass Investoren zehn bis zwölf Jahre fest investiert bleiben. Wenn ein Privatmarktprogramm ausläuft, reduzieren sich die verwalteten Vermögen schrittweise, was als Tail-Down-Effekte bezeichnet wird.

Investitionsprogramme laufen noch aus

Nachdem es im ersten Semester -1,7 Milliarden waren, wären es gemäss der Unternehmensprognose in der zweiten Hälfte also deutlich mehr. Das ist absehbar, weil laut dem Management im zweiten Halbjahr 2019 eine Reihe grösserer Investitionsprogramme das Ende der Laufzeit erreichen.

Mit Blick auf defensive Anlagen sagte Co-Chef David Layton laut Mitteilung: Diese würden im aktuellen Marktumfeld mit einer signifikanten Prämie gehandelt. Und: "Sofern wir kein weiteres Jahrzehnt mit steigenden Kaufpreismultiplikatoren und sinkenden Zinsen erleben, dürften die erwarteten Renditen für diese Anlagen bestenfalls mittelmässig ausfallen." Partners Group sieht den einzigen Weg darin, mit einer starken Unternehmensführung aus den Anlagen aktiv Mehrwert herauszuholen.

ys/rw