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03.02.2020 21:22
 
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Zürich (awp) - Der Vermögensverwalter EFG International hat im ersten Halbjahr 2020 unter dem Strich etwas mehr verdient, ist aber hinter den Markterwartungen zurückgeblieben. Die Kostenmassnahmen werden nun noch einmal verstärkt.

Der den Aktionären zurechenbare IFRS-Reingewinn fiel mit 34,8 Millionen Franken 10,5 Prozent höher aus als im Vorjahr, wie EFG am Mittwoch mitteilte. Im Jahr zuvor hatten Sonderposten belastet.

Der so genannte zugrunde liegende Reingewinn, der diverse Sonderposten ausschliesst, brach für das erste Halbjahr um die Hälfte auf 37,7 Millionen Franken ein. Unter anderem belastete eine Rückstellung in Höhe von 9,9 Millionen im Zusammenhang mit einem Vergleich mit den italienischen Steuerbehörden. Die zugrundeliegende Bruttomarge verringerte sich auf 76 Basispunkte nach 83 BP im Vorjahr.

Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet: Die ZKB schätzte den IFRS-Gewinn zuvor auf 69,1 Millionen und Vontobel auf 57,0 Millionen.

Der Betriebsertrag stieg derweil in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 563,7 Millionen nach 555,8 Millionen Franken im Vorjahr. Die Erträge seien von der Coronakrise belastet gewesen. Man habe aber einen positiven Beitrag durch die strategischen Initiativen gesehen, die sich auszuzahlen begonnen hätten, hiess es.

Erholung der Vermögen ab Mai

Der Fokus bleibe bei EFG weiterhin auf nachhaltigem profitablem Wachstum. Zudem würden die Kostenmassnahmen beschleunigt: Bis Ende 2021 soll die Kostenbasis um weitere 5 Prozent reduziert werden, hiess es am Mittwoch. Zentralisierung und Automatisierung sind die genannten Stichworte.

Unter anderem wurde entschieden das Geschäft in Chile und die Onshore-Private-Banking-Niederlassung in Frankreich (Oudart) zu verkaufen und aus dem Geschäft in Guernsey auszusteigen. Die Kundenbeziehungen von dort sollen in andere Buchungszentren übertragen werden. Der Verkauf von Chile und Oudart werde für das zweite Halbjahr 2020 erwartet.

Derweil konnten wieder etwas mehr Kundengelder angezogen werden: Die Netto-Neugelder beliefen sich auf 4,2 Milliarden nach gerade einmal 0,3 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2019. Aufgrund der Korrektur an den Finanzmärkten wegen der Coronakrise sanken die ertragsgenerierenden verwalteten Vermögen (AuM) unter dem Strich per Ende Juni auf 147,8 Milliarden Franken nach 153,8 Milliarden per Ende 2019.

Seit Ende April, als die Vermögen bis auf 139,7 Milliarden gesunken waren, habe es aber eine signifikante Erholung gegeben, so EFG.

ys/kw