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BOSSARD HOLDINGS
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28.06.2019 17:14
 
Bossard-Aktien gesucht nach weniger schlimmen Zahlen als befürchtet
15.07.2020 10:22

Zürich (awp) - Die Aktien des Verbindungstechnik-Spezialisten Bossard legen am Mittwoch im frühen Geschäft stärker zu als der sehr feste Gesamtmarkt. Mit den Umsatzangaben zum ersten Semester und der Indikation für den operativen Gewinn hat das Unternehmen weniger schlechte Zahlen geliefert als befürchtet. Positiv aufgenommen wird zudem die relativ zuversichtliche Einschätzung der Aussichten im zweiten Semester verbunden mit der baldigen Beendigung der Kurzarbeit am Hauptsitz in Zug.

Um 10.20 Uhr ziehen Bossard bei regem Handelsvolumen um 3,1 Prozent auf 147,60 Franken an. Der Gesamtmarkt (SPI) steht 0,8 Prozent höher. Im Vergleich zum Stand von Ende 2019 befindet sich die Jahresperformance allerdings mit rund -15 Prozent noch immer deutlich im negativen Terrain.

Mit Blick auf den Umsatz sprechen die Analysten mehrheitlich von Zahlen innerhalb der Erwartungen oder leicht darüber. Mit knapp 400 Millionen Franken hat Bossard denn auch den AWP-Konsens leicht übertroffen. Eher noch besser als gedacht fiel die Indikation für die operative Gewinnmarge aus. Diese dürfte laut Bossard auf 10,3 Prozent zu liegen kommen, in Analystenkreisen wurde mehrheitlich eine Marge unter der angestrebten Zielbandbreite von 10 bis 13 Prozent erwartet.

Der EBIT habe die eigenen Schätzungen um etwa 10 Prozent übertroffen, heisst es denn auch in einer Einschätzung der Bank Vontobel. Offenbar seien die eingeleiteten Massnahmen zum Schutz der Profitabilität wirksamer ausgefallen als gedacht. Die zuletzt sich erholenden Einkaufsmanager-Indizes sowie die baldige Beendigung der Kurzarbeit seien zudem ermutigende Zeichen dahingehend, dass nun das Schlimmste ausgestanden sei. Mirabaud sieht die Zahlen angesichts des schwierigen Marktumfelds als zufriedenstellend.

Auch für die Zürcher Kantonalbank lagen sowohl Umsatz - insbesondere in den Regionen Europa und Amerika - als auch der in Aussicht gestellte EBIT über den Erwartungen. Die Bank geht allerdings davon aus, dass sich die negativen Auswirkungen der Corona-Krise auch im zweiten Semester stärker als ursprünglich gedacht bemerkbar machen werden. Dennoch erachtet sie die Nachrichten von Bossard als insgesamt leicht positiv.

Baader Helvea verweist auf das üblicherweise aus saisonalen Gründen schwächere zweite Semester des Unternehmens und auf die anhaltende Ungewissheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Erholung in den kommenden Monaten. Das Institut geht eher von einer langsamen und graduellen Erholung aus als von einer raschen.

cf/uh