Bei Cassiopea rücken nach Akne-Kooperation Halbjahreszahlen in Hintergrund

Lainate (awp) - Beim Biotechunternehmen Cassiopea sind die Halbjahreszahlen am Donnerstag eher ein Nebenschauplatz. Marktteilnehmer dürften sich nach der Anfang Woche angekündigten Lizenzvereinbarung mit Sun Pharmaceutical Industries vor allem für die künftigen Erwartungen hierüber interessieren.

Immerhin geht das Unternehmen davon aus, dank dieser Vereinbarung bereits in diesem Jahr profitabel zu werden, wie aus der Medienmitteilung vom Donnerstag hervorging. So rechnet CEO Diana Harbort damit, 2021 eine Umsatz in der Grössenordnung von 37-39 Millionen zu erzielen und ein Betriebsergebnis in Höhe von etwa 24-28 Millionen.

Cassiopea hatte am Montag mitgeteilt, mit Sun Pharmaceutical Industries Lizenz- und Liefervereinbarungen für die Clascoteron Crème (1%) in den USA und Kanada unterzeichnet zu haben. Im Rahmen der Vereinbarung wird Sun Pharma das exklusive Recht haben, Winlevi in den USA und Kanada zu vermarkten, und Cassiopea wird der exklusive Lieferant des Produkts sein. Das auf Dermatologie spezialisierte Biotechunternehmen erhält eine Vorauszahlung in Höhe von 45 Millionen US-Dollar und hat Anspruch auf mögliche kommerzielle Meilensteine in Höhe von insgesamt bis zu 190 Millionen Dollar sowie übliche Lizenzgebühren im zweistelligen Bereich.

Diese Mittel dürften für Cassiopea wie gerufen kommen. Per Ende des ersten Semesters 2021 verfügte die Gesellschaft nämlich noch über Barmittel in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Höhere Kosten wegen Studienprogramm

Die Akne-Creme Winlevi ist in den USA zwar bereits zugelassen, wurde aber noch nicht lanciert. Die übrigen Kandidaten befinden sich alle noch in der Forschungspipeline. Damit hat Cassiopea bislang keine Einnahmen, dafür aber Ausgaben in Höhe von knapp 6,3 Millionen Euro.

Davon entfielen auf Forschung und Entwicklung 3,8 Millionen nach 2,5 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Vertriebs-, Verwaltungs- und Gemeinkosten (SG&A) nahmen leicht auf 2,5 Millionen Euro zu. Entsprechend stieg der Verlust im ersten Halbjahr um knapp eine Million Euro auf 6,2 Millionen.

Mit Blick auf die Pipeline ist die Phase-II-Studie zur Untersuchung einer Clascoteron-Lösung für die Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall (androgenetischer Alopezie; AGA) bei Frauen mittlerweile abgeschlossen. Die Topline-Ergebnisse werden im laufenden dritten Quartal 2021 vorliegen.

hr/rw