Gewinne bei Roche-Papieren schmelzen etwas ab

Zürich (awp) - Den Roche-Aktien geht am Mittwoch im frühen Handel etwas die Puste aus. Der Konzern hat nach einem guten ersten Quartal seine Prognosen leicht erhöht. Analysten loben die Entwicklung der älteren, aber auch der neu zugelassenen Mittel.

Gegen 9.30 Uhr gewinnen die Genussschiene noch 0,6 Prozent auf 270,70 Franken hinzu. Zum Handelsstart waren sie noch um annähernd 2 Prozent gestiegen. Der Leitindex SMI gewinnt zeitglich 0,20 Prozent hinzu.

Roche hat in den ersten drei Monaten vor allem mit seinem Pharmageschäft gut abgeschnitten. Dagegen blieb die Diagnostics-Sparte leicht hinter den durchschnittlichen Expertenschätzungen zurück. Auf Gruppenebene wurden selbst die optimistischsten Annahmen übertroffen.

Wie es in Expertenkreisen heisst, verkauften sich insbesondere die beiden von Nachahmerpräparaten bedrohten Krebsmedikamente Rituxan und Herceptin besser als erwartet. Doch auch der Absatz mit dem dritten Schlüsselmedikament Avastin kommt gut an.

Analysten loben insbesondere das kräftige Umsatzplus der jüngeren Präparate wie Ocrevus oder Hemlibra. Auch diese verkauften sich in den ersten drei Monaten überraschend gut.

Mit der erhöhten Prognose hat Roche für eine positive Überraschung gesorgt. Denn die meisten Experten hatten nicht mit einem solchen Schritt gerechnet. Die Analysten werten dies als ein Zeichen von Zuversicht.

Von einem Händler heisst es, er habe zwar damit gerechnet, dass Roche womöglich besser als erwartet abschneiden könne. Dass der Konzern die Erwartungen aber so deutlich toppe, habe er nicht erwartet. Zudem sei es für Roche eher ungewöhnlich, schon so früh im Jahr die Erwartungen anzupassen.

Bei Bryan Garnier schreibt Analyst Eric Le Berrigaud, Roche habe im ersten Quartal ein Feuerwerk gezündet. Auch Le Berrigaud betont, dass es nur wenige Jahre gab, in denen Roche bereits so früh seine Ziele erhöht hat.

Weitere Marktteilnehmer heben hervor, dass die Roche-Titel in den Wochen vor den Zahlen hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben sind. Die Schuld wird weniger firmenspezifischen Gründen, als vielmehr Umschichtungen zu Lasten der europäischen Pharmawerte gegeben.

hr/ra