Adecco-Aktien rutschen nach Zahlen auf Jahrestief

Bern (awp) - Die Aktien von Adecco sind am Dienstag mit satten Abgaben in den Handel gestartet und haben neue Jahrestiefstskurse markiert. Laut Händlern sind die ausgewiesenen Wachstumszahlen und der vage Ausblick eine Enttäuschung.

Um 9.30 Uhr notieren die Papiere des Personaldienstleisters 4,2 Prozent im Minus bei 44,92 Franken. Im frühen Handel war die Aktie sogar auf ein neues Jahrestief bei 43,64 Franken abgesackt. Die ohnehin schon sehr negative Jahresperformance (Montagabend: -20,7%) wird somit akzentuiert, keine andere SLI-Aktie weist 2021 eine derart schlechte Kursentwicklung auf.

Die Belebung des Tagesgeschäfts setzte sich bei Adecco im dritten Quartal zwar fort. Allerdings hatten sich viele Investoren gerade vom Umsatz mehr erhofft. In Expertenkreisen zeigt man sich davon nicht zuletzt deshalb überrascht, weil der wichtigste Markt Frankreich im vergangenen Quartal sogar prozentual zweistellig wuchs.  

"Die organische Umsatzsteigerung von 9 Prozent ist in Anbetracht der tiefen Basis und der berichteten Dynamik von Randstad und Manpower leicht unter den Erwartungen", schreibt etwa der ZKB-Analyst. Und der Kollege von UBS streicht in diesem Zusammenhang heraus, dass Adecco sich nach wie vor nicht vollständig vom Corona-Einbruch erholt habe. Organisch liege der Umsatz noch immer rund 7 Prozent unter dem Niveau von 2019, während etwa Randstad die Scharte schon vollständig ausgewetzt habe.

Auch mit den Aussagen zur Umsatzentwicklung im Schlussquartal weiss das Unternehmen nicht zu punkten. Diese sei von grosser Vorsicht geprägt, meinen Börsianer.

Die positive Margenentwicklung verblasst vor diesem Hintergrund. So übertraf der EBITA sowie der bereinigten EBITA die durchschnittlichen Analystenschätzungen. Während der Gewinnbeitrag aus Frankreich und Nordeuropa laut Analysten zu überzeugen weiss, fällt jener aus Nord- und Südamerika sowie aus der Region Asien/Pazifik tiefer als erhofft aus.

Als weiteren Grund für die aktuell negative Kursentwicklung fügen Händler die positive Vortagesperformance an. Hoffnungen auf bessere Ergebnisse hätten zum Wochenstart zu einem Plus von fast 2 Prozent geführt. Doch diese Hoffnungen hätten sich nun in Luft aufgelöst.

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