Sulzer will mit Medmix schneller wachsen als der Markt

Winterthur (awp) - Sulzer erwartet für die künftige Division Medmix, welche Ende des dritten oder zu Beginn des vierten Quartals 2021 an der Schweizer Börse kotiert werden soll, ein hohes Wachstum.

Dank Produkteinnovationen und der globalen Präsenz soll Medmix schneller als die betreffenden Endmärkte wachsen, teilte Sulzer am Dienstag anlässlich eines Investorentages mit. Gleichzeitig soll der Umsatz des Teilbereichs Healthcare von derzeit 40 Prozent mittelfristig auf über 50 Prozent ausgebaut werden.

Sulzer bezeichnet Medmix als Marktführer für präzise Verabreichungsgeräte für das Gesundheitswesen, Konsumenten- und Industriemärkte. Im Zielmarkt Zahnmedizin sieht Sulzer Medmix mit 2-Komponenten-Mischgeräten mit einem Marktanteil von über 50 Prozent als globale Nummer 1. Dasselbe gelte im Bereich Medikamentenverabreichung bei Pen-Injektionen zur Fruchtbarkeitsbehandlung mit einem Marktanteil von rund 50 Prozent.

Als Anbieter von spezialisierten Verabreichungsgeräten in der Chirurgie gehöre Medmix zu den drei führenden Anbietern, während bei Zweiphasen-Handegeräten für die Industrie mit einem Marktanteil von 25 Prozent und bei den Mascara-Bürsten für den Zielmarkt Beauty ebenfalls die erste Position gehalten werde.

Medmix-Ziele für 2021 bestätigt

Sulzer bestätigte gleichzeitig die bereits genannten Ziele für das laufende Geschäftsjahr. Demnach soll der Umsatz von Medmix bei rund 450 Millionen Franken zu liegen kommen und die bereinigte EBITDA-Marge bei rund 25 Prozent. Dies entspreche einer EBITA-Marge - der üblicherweise von Sulzer in den Vordergrund gestellten Kenngrösse - von 19 Prozent im laufenden Jahr und über 20 Prozent im Jahr 2022. Mittelfristig soll Medmix eine EBITDA-Marge von rund 30 Prozent erwirtschaften.

Ende Mai hatte Sulzer bekanntgegeben, dass die Sparte Applicator Systems (APS) in Medmix umbenannt und als eigenständiges Unternehmen an die Börse gebracht wird. Die Abspaltung erfolgt über einen symmetrischen Aktiensplit. Sulzer will mit dieser Reorganisation zwei fokussierte Unternehmen mit höherem Wachstumstempo bilden, das Potential beider Firmen solle sich so besser entfalten können.

Nach der Zustimmung durch eine ausserordentliche Generalversammlung soll APS, bzw. Medmix Ende des dritten oder zu Beginn des vierten Quartals 2021 an der Schweizer Börse kotiert werden. Für den Zeitpunkt der Kotierung ist zudem eine Erhöhung des Kapitals von Medmix im Umfang von 200 bis 300 Millionen Franken geplant. Den bestehenden Sulzer-Aktionären werde dabei kein Zeichnungsrecht eingeräumt.

Sulzer geht davon aus, dass die Kapitalerhöhung das organische und anorganische Wachstum finanziert, die Handelsliquidität durch einen höheren Streubesitz steigert und neue, auf das Gesundheitswesen ausgerichtete Investoren anzieht. Die Tiwel Holding von Hauptaktionär Viktor Vekselberg hat überdies trotz der Verwässerung des eigenen Anteils die Zustimmung zur Aufspaltung und zur Kapitalerhöhung signalisiert.

cf/rw