Seilbahnen-Präsident Wicki will sich ausländischem Druck nicht beugen

(Update)

Bern (awp/sda) - Die Schweiz soll im Kampf gegen die Corona-Pandemie ihren eigenen Weg gehen und das Skifahren auch über die Feiertage erlauben. Seilbahnen-Präsident Hans Wicki hat trotz Forderungen aus dem Ausland für eine Schliessung der Skigebiete zu mehr Coolness und Gelassenheit aufgerufen.

Es gebe kein vernünftiges und nachvollziehbares Argument, das für eine Schliessung aller Skigebiete spreche, sagte der Präsident von Seilbahnen Schweiz in der "Samstagsrundschau" von Radio SRF. In der Schweiz seien gewisse Skigebiete seit zwei Monaten offen, keines davon habe sich zu einem Hotspot für Virus-Ansteckungen entwickelt.

Weiter sagte der Nidwaldner FDP-Ständerat und Verwaltungsratspräsident der Titlis-Bahnen, es bringe nichts, Skigebiete zu schliessen aus Angst davor, dass sich Gäste möglicherweise beim Après-Ski anstecken würden. Für die Gastronomie-Branche gebe es dazu Schutzkonzepte.

Bei den Bergbahnen gelte in Innenräumen und in Bereichen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, eine Maskentragpflicht. Wicki räumte ein, dass es an Bahn- und Skiliftstationen zu "Staus" kommen könne, aber die Situation sei vergleichbar mit der Lage in Trams und Zügen.

"Die Leute sollen an die Sonne gehen, Emotionen auftanken und die Seele baumeln lassen können", sagte Wicki. An der frischen Luft in der Natur beim Skifahren werde das Virus nicht übertragen.

"Vom Ausland gesteuerte Hektik"

Wicki kritisierte die gegenwärtige Diskussion rund um die Schliessung von Skigebieten als "Hektik, die vom Ausland gesteuert wird". Deutschland, Frankreich und Italien wollen ihre Wintersportorte aus Angst vor möglichen Coronavirus-Ansteckungen bis im Januar geschlossen halten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte, dass sämtliche Skigebiete in Europa schliessen. Neben der Schweiz wehrt sich auch Österreich gegen einen solchen Schritt.

Die Bergahnen machen einen Grossteil ihrer Jahresumsätze über die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage. Am Freitag trafen sich laut Wicki erneut Vertreter von Wintersportkantonen und des Bundes.

Der österreichische Wintersportort Ischgl in Tirol galt im März als Corona-Hotspot, der massgeblich zur Verbreitung des Virus in Teilen Europas beigetragen haben soll. In Ischgl hatten sich die Menschen vor allem beim Apres-Ski infiziert.

Wicki erklärte, die Schweizer Bergbahnen würden seit Ende September ein auch vom Bundesamt für Gesundheit geprüftes Schutzkonzept umsetzen. Sie investierten etwa in neue Techniken und Desinfektionsanlagen, etwa für Rolltreppen-Handläufe und Gondeln.