Bundesrat Maurer: Verstaatlichung der Swiss wäre keine Lösung

Bern (awp) - Bundesrat Ueli Maurer erteilt der Verstaatlichung der Swiss eine Absage, falls die Airline die Corona-Notkredite nicht zurückzahlen könnte, für die der Bund bürgt. "Das wäre keine Lösung. Der Staat kann keine Airline betreiben. Wir müssten das Aktienpaket wieder verkaufen", sagte der Finanzminister in einem Interview mit den Zeitungen der CH Media vom Samstag.

In den Verträgen für die Notkredite ist festgelegt, dass die Swiss-Aktien als Sicherheit für die Darlehen der Banken dienen. "Sollte die Swiss das Darlehen nicht zurückzahlen können, bekäme der Bund das Aktienpaket", sagte Maurer.

Die Lufthansa habe damals nach dem Grounding der Swissair die Swiss günstig bekommen. "Aber sie war die Einzige, die die Swiss wollte. Wir allein hätten die Swiss nicht zu einer profitablen, starken Airline machen können. Das ist eine Realität. Im internationalen Fluggeschäft ist die Swiss zu klein, sie muss in einer Allianz eingebettet sein", sagte Maurer.

Nationalisierung ausgeschlossen

Auf die Frage, ob er eine Nationalisierung der Swiss à la Swissair ausschliesse, selbst wenn die Krise länger dauere, sagte Maurer: "Ja. Die ganze Luftfahrtbranche wird enorm von der Covid-Krise durchgeschüttelt, aber eigentlich legt diese nur ein bereits vorhandenes Strukturproblem offen: enorme Überkapazitäten, keine kostendeckenden Preise, keine Reserven."

Hinzu komme die Klimadebatte. "Wir stellen gerade fest, dass viele Businessflüge unnötig sind, weil es auch mit Videokonferenzen geht", sagte Maurer: Die Swiss stehe zum Glück etwas besser da als andere Airlines, weil sie immer auf Qualität gesetzt habe. "Dass sie überlebt und ihre internationalen Anbindungen behalten kann, ist auch für den Wirtschaftsstandort Schweiz und den Hub Zürich sehr wichtig."

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