Oerlikon-Aktien nach Zahlen auf Zweieinhalb-Jahres-Tief

Zürich (awp) - Die Aktien des Industriekonzerns Oerlikon notieren am Dienstagmorgen nach der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Halbjahr klar tiefer. Die Analysten sehen ihre Schätzungen zwar leicht übertroffen. Dies sei aber vor allem auf das besser als erwartet ausgefallene Geschäft im Bereich Chemiefaser zurückzuführen. Der gesenkte Ausblick könnte zu tieferen Konsensschätzungen führen.

Die Oerlikon-Aktie verliert um 09.30 Uhr 1,8 Prozent auf 10,03 Franken. Das ist der tiefste Stand seit Ende 2016. Der Gesamtmarkt, gemessen am SLI, notiert aktuell 0,2 Prozent tiefer.

Der Bereich Chemiefaser habe die Schätzungen übertroffen, heisst es bei der UBS. Das Unternehmen weise jedoch darauf hin, dass die Marge in den kommenden Quartalten nicht nachhaltig sei. Der Bereich Oberflächen habe sich enttäuschend entwickelt. Die tiefere Guidance werde zu einer 6 bis 8 Prozent tieferen EBITDA-Schätzung für das Gesamtjahr führen. Aktuell lautet die Bewertung der UBS "Buy" bei einem Kursziel von 12,90 Franken.

Auch der Analyst von Baader Helvea macht den schärferen Gegenwind in der Division Surface Solutions für den gesenkten Ausblick verantwortlich. Man bleibe bei der vorsichtigen Bewertung der Aktie. Nachgebende Makro-Indikatoren und die Ankündigungen von Restrukturierungen und Kostensenkungen hätten auch Auswirkungen in der Kundenbasis von Oerlikon. Die Einstufung lautet hier "Hold" bei einem Kursziel von 12,50 Franken.

Vontobel senkt sein Kursziel nach den Zahlen und dem tieferen Ausblick auf 14,70 von zuvor 16,60 Franken. Während die Zahlen zum zweiten Quartal solide erschienen, sei der Trend nicht nachhaltig, schreibt der Analyst. Bei Surface Solutions werde die Marge durch die Entwicklung im Bereich additive Fertigung um 300 Basispunkte verwässert und eine Besserung in den Endmärkten sei im zweiten Semester nicht in Sicht. Im Chemiefasergeschäft bleibe die Nachfrage hoch, jedoch werde der Produktmix weniger vorteilhaft ausfallen.

Die Reduktion der Guidance komme vor allem aufgrund der in den letzten Quartalen rückläufigen Profitabilität bei Surface Solutions nicht überraschend, hiess es bei der ZKB. Sie sei jedoch stärker ausgefallen als erwartet, da bei Manmade Fibers im zweiten Halbjahr Projekte mit tiefer Marge zur Auslieferung gelangen.

yr/tt