Molecular Partners rutscht wegen höherer Forschungsausgaben tiefer ins Minus

Schlieren (awp) - Das Biotechnologie-Unternehmen Molecular Partners hat das Geschäftsjahr 2020 mit einem höheren Verlust abgeschlossen. Für die weiteren Projekte sieht sich das Unternehmen mit seinen liquiden Mitteln bis 2023 gut aufgestellt.

Laut Medienmitteilung vom Freitag sanken die Einnahmen 2020 auf 9,3 Franken nach 20,4 Millionen im Jahr 2019. Dem standen Ausgaben von 56,1 Millionen für Forschung und Entwicklung gegenüber - ein Anstieg um 12,6 Millionen gegenüber 2019.

Insgesamt ergab sich ein operativer Verlust von 58,3 Millionen und ein Nettoverlust von 62,8 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr ist Molecular damit deutlich tiefer in die Verlustzone gerutscht.

Um seine Pipeline-Projekte weiter fortzuführen, verfügte das Unternehmen per Ende 2020 über liquide Mittel in Höhe von 173,7 Millionen Franken. Molecular Partners hatte sich im Jahresverlauf im Zuge einer eine Privatplatzierungsfinanzierung brutto 80,2 Millionen beschafft. Darüber hinaus erhielt Molecular Partners im Spätsommer vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ein Honorar im mittleren bis hohen einstelligen Millionenbereich für bis zu 3,2 Millionen Dosen des Corona-Kandidaten MP0420.

Zu guter Letzt hat das Biotechunternehmen eine Kooperation mit Novartis abgeschlossen, die weitere 20 Millionen Franken in die Kassen gespült haben.

Fokus auf zwei Therapiegebiete

Erst am (gestrigen) Donnerstag gab Molecular Partners ein Update zu diesem Programm. Gemeinsam arbeiten die beiden Unternehmen an der Erforschung von DARPin-Kandidaten zur Behandlung von Corona-Patienten. Wie aus der Mitteilung hervorging, erwiesen sich die beiden führenden Kandidaten in vitro auch als effektiv bei Corona-Mutationen.

Für das laufende Jahr hat sich Molecular Partners die Weiterentwicklung seiner Programme in den Bereichen Immunonkologie und Infektionskrankheiten auf die Fahne geschrieben. So sollen etwa für das Covid-19-Programm die endgültigen Daten aus der laufenden Phase-I-Studie im ersten Quartal vorliegen.

In der Immunonkologie will Molecular Partners laut Mitteilung optimierte Dosierungsschemas für den Kandidaten MP0310/AMG 506 finden, bevor dieser dann in mögliche Kombinationsstudien mit Amgen-Assets zum Einsatz komme.

hr/uh