Partners Group rechnet mit Verlangsamung des Geschäfts wegen des Coronavirus

(Durchgehend neu und ergänzt um mehr Details)

Zürich (awp) - Der Vermögensverwalter Partners Group hat mit den Einnahmen und dem Jahresergebnis die Markterwartungen übertroffen. Im laufenden Jahr dürfte es aber zu einer Verzögerung bei den gewinnbringenden Veräusserungen von Beteiligungen kommen.

Die Erträge erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019 um 21 Prozent auf 1,61 Milliarden Franken, wie der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Asset Manager am Dienstag mitteilte. Dabei machten die Verwaltungsgebühren rund 70 Prozent der Einnahmen aus.

Wegen des günstigen Umfelds für Veräusserungen in der zweiten Jahreshälfte 2019 trugen aber auch die performanceabhängigen Gebühren "in bedeutendem Masse" zu den Gesamteinnahmen bei, wie es hiess. Es wurde insbesondere im zweiten Halbjahr erfolgreich Kasse gemacht: Mehr als 85 Investitionsprogramme und Mandate hätten 2019 "Performance Fees" generiert.

Verkäufe verschieben sich

Der Exit-Aktivität - eben der für ein Private-Equity-Haus strategische, geplante Ausstieg mit Gewinn aus Beteiligungen - dürfte jetzt aber das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung machen. Viele Veräusserungen aus dem Portfolio dürften sich verzögern.

"Daher gehen wir davon aus, dass die Performance Fees im Jahr 2020 deutlich in die zweite Jahreshälfte verlagert werden und je nach Entwicklung der aktuellen Lage auch unter unsere langfristig kommunizierte Bandbreite von 20 bis 30 Prozent der Gesamteinnahmen fallen können", liess sich Co-CEO André Frei in der Mitteilung zitieren.

Auch geht Partners Group davon aus, dass sich die Kapitalzusagen - eine Art Neugelder, die beim Kunden abgerufen werden können - wegen der aktuellen Marktvolatilität und der allgemeinen Situation mit der Ausbreitung des Coronavirus verzögern könnten. Für das laufende Geschäftsjahr setze die Gesellschaft daher die eigene Prognose vorübergehend aus, auch wenn sich die annualisierte Nachfrage im ersten Quartal 2020 im Einklang mit der Gesamtjahresprognose befinde, hiess es am Dienstag.

Ursprünglich war für das laufende Jahr mit Kapitalzusagen von 15 bis 19 Milliarden US-Dollar gerechnet worden. Für das erste Quartal wird noch mit 5 Milliarden gerechnet. Jetzt soll erst bei der Bekanntgabe der verwalteten Vermögen im ersten Halbjahr am 14. Juli 2020 oder zu einem anderen Zeitpunkt wieder eine Guidance gegeben werden.

Personalaufbau schlägt auf die Kosten

2019 stieg derweil der Personalaufwand (+30 Prozent) bei Partners Group stärker als die Gesamteinnahmen, was auf einen starken Mitarbeiteraufbau zurückzuführen ist. Der Betriebsgewinn (EBITDA) erreichte damit 1,04 Milliarden. Neu will sich Partners Group allerdings operativ am EBIT messen, der um 17 Prozent auf 1,01 Millionen Franken zulegte. Damit lag die EBIT-Marge bei 63 Prozent. Erklärtes Ziel sind jeweils rund 60 Prozent.

Unter dem Strich legte der Reingewinn ebenfalls um 17 Prozent auf 900 Millionen Franken zu. Die Aktionäre sollen am Ergebnis teilhaben und in den Genuss einer Dividende in der Höhe von 25,50 Franken je Aktie kommen nach 22 Franken im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote bezifferte die Gesellschaft mit 76 Prozent.

Pensionskassen sind Kunden

Mit den Resultaten übertraf der Vermögensverwalter die Erwartungen am Markt. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt Erträge in Höhe von 1,46 Milliarden Franken erwartet. Der EBITDA wurde auf 942 Millionen und der Reingewinn auf 829 Millionen geschätzt. Bei der Dividende wurde mit 23,94 Franken je Aktie gerechnet.

Wie bereits seit Mitte Januar bekannt, erreichten die verwalteten Vermögen per Ende Jahr 94,1 Milliarden Dollar. Die Kapitalzusagen erreichten im Berichtsjahr 16,5 Milliarden und die Kapitalabflüsse -7,1 Milliarden.

Institutionelle Anleger wie Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Staatsfonds und Vermögensverwalter sowie Family Offices machten mit 80 Prozent weiterhin einen Grossteil des Wachstums aus.

ys/rw