AMS steigert Umsatz 2020 auf Rekordniveau

(Zusammenfassung)

Unterpremstätten (awp) - Der Chiphersteller AMS hat 2020 trotz Coronakrise mit einem Rekord bei Umsatz und Betriebsergebnis abgeschlossen. Im Schlussquartal hat sich insbesondere der Consumer-Bereich stark entwickelt. Wann genau der Beherrschungsvertrag mit Osram umgesetzt werden kann, steht immer noch nicht fest.

"Das Non-Consumer-Geschäft war im vergangenen Jahr erheblich durch die Auswirkungen von Covid-19 beeinträchtigt", sagte CEO Alexander Everke an einer Telefonkonferenz am Dienstag. Im zweiten Halbjahr gab es jedoch eine Nachfrageerholung und die Geschäftsentwicklung hat sich verbessert.

Der AMS-Umsatz ohne Osram stieg 2020 leicht auf 2,29 von 2,24 Milliarden Dollar im Vorjahr. Inklusive der seit dem 1. Juli konsolidierten Osram wurde ein Umsatz von 4,17 Milliarden erreicht. Der Betriebsgewinn (EBIT) von AMS belief sich auf 519 Millionen Dollar (+11%), Osram steuerte weitere 31 Millionen hinzu. Unter dem Strich blieb ein bereinigter Nettogewinn von 274 Millionen Dollar (-37%).

Erholung im Schlussquartal

Das AMS-Automobilgeschäft habe im dritten und vierten Quartal bessere Ergebnisse geliefert, da sich Auftragstrends und Produktionsvolumina positiv entwickelten. Das Medizintechnikgeschäft habe 2020 vor dem Hintergrund von Covid-19 eine insgesamt positive Entwicklung gezeigt.

Das österreichische Unternehmen, dessen Aktien an der Schweizer Börse gehandelt werden, ist bekanntlich stark abhängig von Grosskunden - insbesondere von Apple. Der US-Konzern hatte im Herbst sein neues iPhone lanciert, was für einen deutlichen Nachfrageschub im Konsumgüter-Bereich gesorgt hatte.

Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres rechnet das Management mit einem Umsatz im angestammten AMS-Geschäft von 500 bis 540 Millionen Dollar. Das wäre ein Wachstum von 4 Prozent zum Vorjahr. Bei der EBIT-Marge wird ein Wert von 20 bis 22 Prozent erwartet. Begründet wird dies mit der üblichen Saisonalität.

Umsetzung des Beherrschungsvertrages weiter offen

Die Umsetzung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit Osram werde vorbereitet und man erwarte dies "in absehbarer Zeit". Im Dezember hatten die Aktionäre dem Vertrag zugestimmt, dessen Eintragung ins Handelsregister jedoch durch Rechtsmittel verhindert wird. Osram habe inzwischen die Aufhebung der Sperre beantragt. "Wir haben die vergangenen Monate intensiv genutzt und die Integration vorbereitet", betonte der AMS-Chef. Zusammen sei man in einer guten Ausgangslage, um eine führende Marktstellung zu erlangen. "Wir wollen das branchenführende Portfolio in optischen Lösungen aufbauen."

Bei den Investoren kommt das Zahlenset nicht gut an und die Analysten sind vom Ausblick auf das erste Quartal etwas enttäuscht. Der Aktienkurs gibt am Dienstagmittag um deutliche 7,1 Prozent auf 22,90 Franken ab und macht damit die kräftigen Kursgewinne der vorangegangenen beiden Handelstage fast wieder zunichte.

yr/tt