Adval Tech 2019 mit etwas tieferem Gewinn - Noch keine Angabe zur Dividende

(mit Angaben zur Dividende und zu Grossauftrag ergänzt)

Niederwangen (awp) - Der Autoindustriezulieferer Adval Tech hat im Geschäftsjahr 2019 bei rückläufigem Umsatz seine Marge nicht ganz halten können. Für 2020 verzichtet das Unternehmen angesichts der Coronakrise auf eine Guidance. Und im Verwaltungsrat kommt es zu einer gewichtigen Veränderung: Präsident Willy Michel tritt zurück und soll durch CEO René Rothen ersetzt werden.

Adval Tech rapportiert für 2019 eine Gesamtleistung von 178,9 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von 9,7 Prozent. Wie das Unternehmen am Freitag in einem Communiqué schreibt, ist der Rückgang einerseits auf den Verkauf der thailändischen Tochtergesellschaft, anderseits auf den allgemeinen Nachfragerückgang in der Branche zurückzuführen.

Der erhebliche Rückgang im Geschäft mit Komponenten (-18 Prozent) habe indes mit dem Verkauf von Schnelllaufpressen aus der Schweiz nahezu kompensiert werden können, so Adval Tech.

Das Betriebsergebnis (EBIT) lag im vergangenen Jahr 16,9 Prozent tiefer bei 10,3 Millionen Franken, wodurch sich die EBIT-Marge von 6,2 auf 5,8 Prozent reduziert hat. Der Reingewinn schliesslich lag 2019 bei 8,7 Millionen Franken, was gegenüber dem Vorjahr einem Minus von 1,1 Prozent entspricht.

Ob der Generalversammlung eine Auszahlung einer Dividende beantragt wird, ist momentan noch offen. Finanzchef Markus Reber konnte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP "zu diesem Zeitpunkt noch keine Angaben machen". Ein allfälliger Dividendenantrag würde zusammen mit den Traktanden der GV publiziert. Letztes Jahr wurde eine Dividende von 4,20 Franken je Aktie ausgerichtet.

Kurzarbeit in Fabriken, kein Ausblick

Angesichts der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus und deren noch nicht absehbaren Auswirkungen auf die Nachfrage verzichtet Adval Tech für 2020 auf eine konkrete Guidance. Aufgrund des Coronavirus wird Adval Tech an mehreren Standorten die Produktionsaktivitäten vorübergehend herunterfahren, wie es in einer Mitteilung heisst.

In Niederwangen, im deutschen Endingen und in den beiden Fabriken in Ungarn werde auf einem minimalen Produktionsniveau weitergearbeitet. In einzelnen Betrieben und Abteilungen ist Kurzarbeit eingeführt worden respektive wird diese demnächst eingeführt.

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung und die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften würden zudem ihre Honorare und Löhne in Solidarität mit den Mitarbeitenden ab April freiwillig reduzieren. Ausserdem seien Massnahmen zur Sicherung der Liquidität ergriffen worden, schreibt Adval Tech.

Produktionsstart von neuem Grossauftrag noch ungewiss

Vergangenes Jahr hat Adval Tech nach eigenen Angaben einen Grossauftrag eines bedeutenden deutschen OEM-Herstellers gewinnen können. Gemäss CFO Reber handelt es sich dabei um Kühlerjalousien, die bei mehreren Modellen verschiedener Marken eingesetzt würden.

Der Auftrag laufe voraussichtlich 6 bis 8 Jahre. Wann der Produktionsstart für die Komponenten erfolge sei angesichts der momentanen Lage aber ungewiss.

Willy Michel tritt zurück

An der Generalversammlung vom 14. Mai, die ohne Anwesenheit der Aktionäre stattfinden wird, wird Verwaltungsratspräsident Willy Michel zurücktreten. Ebenso nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung steht gemäss Mitteilung Roland Waibel. Neu zur Wahl in das oberste Strategie- und Aufsichtsgremium vorgeschlagen werden Konzernchef René Rothen sowie Jürg Schori, operativer Leiter der Techpharma Management AG. Rothen soll zudem auch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten übernehmen.

jr/tt