Glencore profitiert von steigenden Rohstoffpreisen

(Zusammenfassung)

Baar (awp) - Die Geschäfte des Bergbaukonzerns Glencore laufen wieder deutlich besser. Der Konzern profitierte im ersten Halbjahr 2021 von der Konjunkturerholung und den steigenden Preisen für Rohstoffe. Die Aktionäre kommen nun in den Genuss einer Sonderausschüttung.

Beispielsweise die Metalle verteuerten sich klar, wie das Glencore-Management am Donnerstag an einer Telefonkonferenz betonte. So kostete Kupfer im ersten Halbjahr 2021 im Schnitt 65 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode, Silber knapp 60 Prozent mehr. Zink, Nickel, Kobalt oder Ferrochrom verteuerten sich immerhin um etwa 40 Prozent.

Verantwortlich für den Anstieg war generell die anspringende Weltkonjunktur, aber vor allem das Wachstum in den USA und in China. Beim Kupfer ist das Reich der Mitte der grösste Verbraucher und absorbiert die Hälfte der globalen Produktion.

Mehrjahreshochs bei Rohstoffpreisen

Nicht nur die hohe Nachfrage, auch anhaltende Angebotsbeschränkungen hätten die Rohstoffpreise teilweise gar für Mehrjahreshochs hochgetrieben, heisst es in einem Communiqué des Konzerns. Doch auch die geld- und fiskalpolitischen Impulse oder die Impfkampagnen würden sich derzeit stützend auf die Stimmung der Branche auswirken.

Der Umsatz des Konzerns legte in diesem Umfeld konkret um einen Drittel auf 93,8 Milliarden US-Dollar zu. Trotz des deutlichen Zuwachses wurde das Vor-Corona-Niveau damit noch nicht wieder erreicht. Besser sah es diesbezüglich beim Ergebnis aus. Der adjustierte Betriebsgewinn (EBITDA) stieg um satte 79 Prozent auf 8,65 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich resultierte schliesslich ein den Aktionären zurechenbarer Gewinn von 1,28 Milliarden US-Dollar. Im letzten Jahr stand in der Periode ein grosser Verlust von 2,6 Milliarden zu Buche, 2019 nur ein kleiner Gewinn von 226 Millionen Dollar.

Ausschüttung von 0,5 Mrd Dollar

Die Aktionäre des Konzerns sollen vom Aufschwung nun profitieren. So verspricht der Konzern den Anteilseignern eine Sonderausschüttung. Insgesamt wolle man ihnen 0,5 Milliarden US-Dollar verteilen, was pro Anteilsschein einem Wert von 4 Cent entspreche.

Ausserdem plant der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 650 Millionen US-Dollar. Abgeschlossen werden soll es bis im nächsten Jahr. Dadurch erhöhten sich die für 2021 geplanten Ausschüttungen an die Aktionäre auf etwa 2,8 Milliarden.

Präsentiert wurde der Zahlenkranz an einer Telefonkonferenz vom neuen CEO Gary Nagle, der von seinem Finanzchef Steven Kalmin begleitet wurde. Nagle hatte Anfang Juli Langzeit-Chef Ivan Glasenberg auf dem Thron des Rohstoffhändlers beerbt.

Kein radikaler Umbau geplant

Entsprechend wurde Nagle an einer Telefonkonferenz als erstes gefragt, was er denn anders zu machen gedenke als sein Vorgänger. Der neue Mann an der Spitze betonte jedoch, vorerst das Meiste beim Alten belassen zu wollen. "Ich muss nichts reparieren, was nicht kaputt ist", sagte er. Und erteilte damit einem radikalen Wandel eine Absage.

Nagle gilt als Zögling von Glasenberg. Sie kennen sich schon seit langem, stammen beide aus Südafrika und haben dort gar beide an der gleichen Universität (Witwatersrand) Rechnungswesen studiert.

kw/rw