Schweiter-Aktien legen trotz Zahlen unter Erwartungen an Wert zu

Zürich (awp) - Die Aktien des Verbundwerkstoffspezialisten Schweiter legen am Montag in einem freundlichen Gesamtmarkt klar zu. Die am Morgen vorgelegten Zahlen haben die Erwartung der Analysten nicht erfüllt. Allerdings war der Gewinn von verschiedenen Einmaleffekten beeinflusst und im Ausblick tönt das Unternehmen eher zuversichtlich.

Um 10.50 Uhr notieren Schweiter bei 1004 Franken mit einem Plus von 5,13 Prozent, dies bei gutem Handelsvolumen. Die Aktie hatte allerdings Ende vergangener Woche markant nachgegeben, was durch die aktuellen Gewinne nur teilweise wieder aufgeholt wird. Der Gesamtmarkt (SPI) steht derweil 0,26 Prozent höher.

Schweiter war wie andere Industrieunternehmen mit einer Abschwächung der Nachfrage im zweiten Semester konfrontiert. So haben Kunden insbesondere im wichtigen Display-Geschäft in Erwartung sinkender Rohmaterialpreise weniger bestellt und stattdessen ihre Lager abgebaut. Darauf verweist etwa Baader Helvea in einem Kommentar. Der Broker sieht das Wachstum im zweiten Semester nahe bei null, nachdem im ersten Halbjahr der Umsatz noch um über 10 Prozent angezogen hatte.

Die Geschäftsentwicklung in den Bereichen Architektur und Transport bezeichnet Baader Helvea als solid, wenn auch uneinheitlich in den verschiedenen Produktkategorien und Regionen.

Auch die UBS streicht in einer Einschätzung hervor, dass das zweite Semester wegen des schwächeren konjunkturellen Umfelds klar hinter dem ersten zurückgeblieben sei. Die operative Marge habe zudem unter den hohen Rohmaterialkosten gelitten. Die Erwartung Schweiters einer positiven Entwicklung stütze sich wohl vor allem auf die jüngsten Akquisitionen ab.

Die Zürcher Kantonalbank wertet das Ergebnis von Schweiter per Saldo neutral. Der Blick nach vorne sei aber leicht positiv, schreibt die Bank. So dürfte etwa der Bereich Kernmaterialien von Preiserhöhungen für PET und Balsa-Holz profitieren und der Transportbereich vom hohen Auftragsbestand. Auch die Ende 2018 abgeschlossen Übernahme der britischen Perspex sollte sich gemäss der ZKB positiv auf den Gewinn auswirken. Weniger Freude zeigte die Bank hinsichtlich des Reingewinns; sie hatte mit tieferen Steuern und einem besseren Finanzergebnis gerechnet.

cf/uh/jr