Vetropack-CEO: Haben Krise bisher ganz gut gemeistert

Zürich (awp) - Der Glasverpackungshersteller Vetropack hat im ersten Semester trotz der vorübergehenden Schliessung von Gaststätten ein vergleichsweise moderates Umsatzminus verzeichnet. Spurlos geht die Corona-Krise aber auch hier nicht vorbei. CEO Johann Reiter zeigt sich in einem Interview mit AWP dennoch einigermassen zufrieden damit, wie das Unternehmen im bisherigen Jahresverlauf abgeschnitten hat.

"Coronaresistent sind wir nicht - auch wenn wir bisher vielleicht besser durch die Krise gekommen sind als andere", sagte er dazu. Vetropack sei mit den Produkten für die Glasverpackungsindustrie zu einem Teil systemrelevant, denn ohne Verpackung gingen die Produkte nicht in den Handel.

Von Land zu Land gebe es aber Unterschiede. So sei etwa die Ukraine von einem starken Rückgang der Nachfrage betroffen gewesen, wogegen Italien überraschend gut abgeschnitten habe.

Wie viele andere Unternehmen hat auch Vetropack teils reduziert arbeiten lassen. "In den Ländern, wo dies möglich war, haben wir das Instrument der Kurzarbeit auch genutzt." So etwa in der Ukraine, aber auch in Österreich und in der Schweiz.

Ein Stellenabbau ist hingegen zumindest derzeit nicht abzusehen. "Aktuell sehen wir nicht, dass es zu einem Verlust von Arbeitsplätzen kommen wird. Wir können gewisse Einbussen für eine Zeit überbrücken."

Mit Prognosen bleibt er angesichts des neuerlichen Lockdowns an vielen Orten zurückhaltend. Auf die Frage, ob Vetropack an der Prognose vom August festhalte, die Absatzmenge im Gesamtjahr leicht zu steigern, sagte Reiter: "Zumindest haben sich die ersten Monate im zweiten Semester entsprechend entwickelt." Der Blick in die Glaskugel sei momentan aber besonders schwierig. "Es ist angesichts des neuen, zumindest teilweisen Lockdowns wirklich kaum möglich zu sagen, wo wir Ende Jahr stehen werden."

Die geplanten Investitionen sollen nicht beschnitten werden. In Kroatien will Vetropack in eine neue und grössere Schmelzwanne investieren und in Italien soll ein bestehendes Werk in ein neues integriert werden. "Die Projekte werden wie geplant durchgeführt", erklärte Reiter.

(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP erschienen)

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