Novartis schliesst The Medicines-Übernahme ab

(Meldung um Informationen aus zweitem Communiqué ergänzt)

Basel (awp) - Novartis schliesst die Übernahme des US-Unternehmens The Medicines Company erfolgreich ab. Wie der Konzern am Montagabend mitteilte, wurde die Akquisition des Unternehmens durch die Fusion mit der indirekt gehaltenen hundertprozentigen Tochtergesellschaft Medusa Merger Corporation von Novartis vollzogen.

Bis am Freitagabend waren Novartis bereits etwa 75 Prozent der ausstehenden Aktien angedient worden, wie der Pharmakonzern bereits am Montagmorgen mitgeteilt hatte. Novartis hatte den Zukauf von The Medicines Ende November angekündigt.

Erweiterung des Herz-Kreislauf-Portfolios

Über die Medusa Merger Corporation hatte Novartis ein Barangebot zum Kauf aller ausstehenden Stammaktien des US-Unternehmen für einen Preis von 85 US-Dollar pro Aktie lanciert. Die US-Firma wurde damit mit annähernd 10 Milliarden US-Dollar bewertet.

Novartis hatte im Zuge der angekündigten Übernahmepläne erklärt, man wolle über die Akquisition das Herz-Kreislauf-Portfolio um einen potenziellen Blockbuster erweitern. So ist den früheren Angaben zufolge geplant, dass The Medicines in den kommenden Wochen in den USA den Zulassungsantrag für sein cholesterinsenkendes Inclisiran einreichen wird. In der EU soll dies im ersten Quartal 2020 geschehen.

Die Übernahme gebe Novartis die "einzigartige Chance, mit einem impfstoffähnlichen Ansatz ein neues Kapitel in der Behandlung einer der weltweit führenden Ursachen für Sterblichkeit und Behinderungen aufzuschlagen", wurde CEO Vas Narasimhan zitiert. Die Akquisition sei ein bedeutender Schritt "auf dem Weg, das Unternehmen zu fokussieren sowie die Medizin neu zu erfinden".

Aktien unauffällig

An der Börse fielen die Papiere bis Handelsschluss mit Abgaben von 0,2 Prozent allerdings kaum auf. Denn auch der Leitindex SMI gibt mit -0,32 Prozent am Montag ähnlich viel nach.

Schon bei Bekanntgabe der Übernahmepläne waren die Analystenkommentare eher unterschiedlich ausgefallen. Während einige Experten darin zwar strategisch durchaus Sinn sahen, machten sich andere Gedanken um das Kommerzialisierungspotenzial. Immerhin hätten einige Konkurrenten bereits in das Gebiet der Cholesterinbekämpfung mit ähnlichen Behandlungsansätzen gewagt. Das Ergebnis sei eher enttäuschend gewesen.

kw/mk