Bell im Corona-Jahr mit deutlich mehr Gewinn

Basel (awp) - Der Fleischverarbeiter Bell hat im Corona-Jahr 2020 per Saldo gleich viel verkauft wie im Jahr davor. Der Gewinn nahm gar deutlich zu, nachdem er im Vorjahr stark von Sondereffekten belastet gewesen war. Nun kommen die Aktionäre in den Genuss einer höheren Dividende.

Der Warenumsatz verringerte sich insgesamt um 0,1 Prozent auf 4,07 Milliarden Franken, wie das zur Coop-Gruppe gehörende Unternehmen am Freitag mitteilte. Dass hier nur ein geringer Rückgang resultierte, dazu habe vor allem der gut laufende Detailhandelskanal beigetragen.

Im Geschäftsbereich Bell Schweiz, der rund die Hälfte des Warenumsatzes ausmacht, resultierte ein Umsatzplus von 4,0 Prozent auf 2,08 Milliarden Franken. Der Detailhandelskanal legte in fast allen Produktgruppen zu und das traditionelle Fleischwarengeschäft verzeichnete starkes Wachstum. Ebenfalls habe der rückläufige Einkaufstourismus das Geschäft beflügelt, heisst es in der Mitteilung.

Bei Bell International, das etwa ein Viertel zum Umsatz beiträgt, verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang um 3,9 Prozent auf 0,98 Milliarden Franken. Hier habe sich die neu eingeschlagene Strategie und die Konzentration auf Schinken allerdings bereits positiv ausgewirkt, heisst es weiter.

Von der Coronakrise stark betroffen war vor allem der Geschäftsbereich Convenience, zu dem die Marken Eisberg, Hügli und Hilcona gehören. Hier verzeichnete Bell einen Rückgang von 3,9 Prozent auf 1,06 Milliarden. Dieses Geschäftsfeld habe wegen seiner starken Ausrichtung auf Take-away und To-go im Detailhandel am stärksten unter den negativen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie gelitten. Hier konnte der Umsatzrückgang laut der Mitteilung auch nur teilweise über den Detailhandelskanal kompensiert werden.

Gewinn stark gesteigert

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT nahm um 63 Prozent auf 155,6 Millionen Franken zu. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 118,6 Millionen nach lediglich knapp 50 Millionen. 2019 hatten Sondereffekte das Ergebnis stark belastet.

Mit den vorgelegten Resultaten hat Bell die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 4,03 Milliarden, für den EBIT bei 151,8 Millionen und für den Gewinn bei 101,6 Millionen Franken.

Nachdem das Unternehmen in den vergangenen beiden Jahren jeweils eine Dividende von 5,50 Franken pro Aktie and die Aktionäre ausgezahlt hatte, sollen diese nun in den Genuss einer um 1 Franken höheren Dividende von 6,50 Franken kommen.

Für 2021 erwartet Bell, dass sich die Coronakrise weiterhin auf das Geschäft auswirkt. "Ich bin überzeugt, dass wir die schwierig zu prognostizierenden Auswirkungen weiterhin erfolgreich bewältigen", wird Geschäftsführer Lorenz Wyss im Communiqué zitiert.

tv/uh