One Swiss Bank übernimmt Kundenbeziehungen der Falcon und fusioniert mit BPDG

Zürich/Genf (awp) - Das Geschäft der Privatbank Falcon wird wie angekündigt in eine andere Schweizer Bank überführt. Man habe mit der One Swiss Bank eine Vereinbarung über den Verkauf und die Übertragung des Kundenportfolios getroffen, teilte die Falcon Bank am Donnerstagabend mit.

Parallel dazu teilte ebenfalls am Donnerstagabend die Genfer Banque Profil de Gestion (BPDG) mit, die One Swiss Bank übernehmen und mit dieser fusionieren zu wollen. Die Transaktion stehe zwar noch unter dem Vorbehalt der Unterzeichnung von Verträgen sowie der Genehmigung der Behörden. Doch letztlich könnte das Geschäft der Falcon also zur Genfer Bank übergehen.

Für die Falcon sei derweil nach dem Verkauf der Falcon Fund Management (Luxembourg) SA an die Alpina Capital ein weiterer wichtiger Schritt im Abwicklungsprozess der Bank vollbracht, hiess es weiter. Die Bank hatte bereits im Mai 2020 angekündigt, dass die Private Banking-Aktivitäten im Jahr 2021 eingestellt werden sollen.

1MDB-Korruptionsskandal

Die Falcon Bank war in den milliardenschweren Korruptionsskandal rund um den malaysischen Staatsfonds 1MDB verwickelt. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma war 2016 zu dem Schluss gekommen, dass die Bank in diesem Zusammenhang aufgrund ungenügender Abklärungen von Geschäftsbeziehungen und Transaktionen schwer gegen die Geldwäschebestimmungen verstossen habe. Schliesslich wurde entschieden, dass das Institut abgewickelt werden soll.

Die One Swiss Bank wiederum, die nun von der Banque Profil de Gestion übernommen werden soll, ist ein Zusammenschluss der Luganeser Banca Arner und der Genfer GS Banque. Effektiv abgeschlossen wurde der Merger der beiden Private-Banking-Institute am 4. März 2018.

Übernahme von One Swiss Bank in mehreren Schritten

Die nun geplante Übernahme der One Swiss Bank durch die BPDG wiederum soll mehrere Schritte umfassen. Vorgesehen sei die vorherige Zahlung einer ausserordentlichen Dividende in Höhe von 8 Millionen Franken durch die Genfer Bank an ihre Aktionäre. Ausserdem soll die Hauptaktionärin des Instituts, die Banca Profilo, 60,4 Prozent ihrer BPDG-Aktien an die jetzigen Aktionäre der One Swiss Bank weitergeben.

Schliesslich wolle die BPDG dann 100 Prozent des Kapitals der One Swiss Bank kaufen. Aktuell läuft ein Due-Diligence-Verfahren durch eine grosse Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Vorbehaltlich der Schlussfolgerungen des Prozesses sollte sich der Kaufpreis für die 60,4 Prozent der von der Banca Profilo gehaltenen Profil-de-Gestion-Aktien auf 34,98 Millionen Franken belaufen, heisst es. Der Preis für die One-Swiss-Bank-Aktien belaufe sich auf voraussichtlich 41,9 Millionen.

Man erwarte, die Transaktion bis Ende des ersten Quartals 2021 abzuschliessen, teilte die Genfer Bank mit. Der Name Banque Profil de Gestion solle dann ganz verschwinden. Ziel sei eine Einigung bis zum 30. April 2021. Falls bis dann kein Übereinkommen gefunden ist, dann sei aber auch ein Verzicht auf die Übernahme vorstellbar, hiess es weiter.

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