Für Roche wird Corona-Geschäft zum Wachstumstreiber

(Zusammenfassung)

Basel (awp) - Für den Pharmakonzern Roche hat sich das starke Engagement in der Corona-Bekämpfung im bisherigen Jahresverlauf ausgezahlt. Der Konzern hat in den ersten neun Monaten 2021 ein Umsatzwachstum erzielt, das über den durchschnittlichen Markterwartungen lag und erhöht nun die Gesamtjahresprognose.

So nahm der Basler Pharmakonzern zwischen Januar und September 46,7 Milliarden Franken ein. Das war ein Plus 6 von Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zu konstanten Wechselkursen betrug das Wachstum 8 Prozent, wie Roche am Mittwoch mitteilte. Analysten und auch der Konzern selbst orientieren ihre Prognosen an den konstanten Wechselkursen.

Überdurchschnittliches Diagnostics-Wachstum

Wie schon in den Vorquartalen wuchs die Diagnostics-Sparte mit einem Plus von 39 Prozent besonders rasant. Der Umsatz kam bei 13,3 Milliarden Franken zu liegen. Davon entfielen etwa 3,5 Milliarden alleine auf Coronatests. "Wir waren auch etwas überrascht über die anhaltend starke Nachfrage nach den Tests im dritten Quartal", erklärte der Sparten-Chef Thomas Schinecker während einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Die starke Nachfrage sei vor allem der Delta-Variante des Coronavirus geschuldet gewesen, die sich ab August schnell ausgeweitet und entsprechend die Nachfrage angekurbelt hatte. "Je nachdem, wie sich das Virus weiterentwickelt, rechnen wir auch für das Schlussquartal mit einer weiter starken Nachfrage", kündigte er an.

Pharma erholt

Noch wichtiger ist für Schinecker und auch CEO Severin Schwan allerdings die Tatsache, dass sich auch das restliche Geschäft deutlich erholt hat. "Das Corona-Geschäft war sicher ein wichtiger Wachstumstreiber in den ersten neun Monaten, aber gerade im dritten Quartal hat sich auch das Stammgeschäft klar erholt", ergänzte Schwan an der Telefonkonferenz.

Tatsächlich legten die Umsätze in der Pharma-Sparte im dritten Quartal zu konstanten Wechselkursen um 5 Prozent zu und liegen damit für die ersten neun Monate wieder auf dem Vorjahresniveau. Der Konzern hatte zu Hochzeiten der Pandemie darunter gelitten, dass Patienten aus Angst vor einer Corona-Ansteckung Arztbesuche verschoben hatten.

Zusätzlich hat sich laut den Roche-Chefs auch die Umsatzerosion durch Biosimilars für altgediente und nicht mehr patentgeschützte Medikamente verlangsamt. Gleichzeitig verzeichneten Mittel wie Actemra/RoActemra oder auch der Corona-Cocktail Ronapreve, den Roche zusammen mit Regeneron entwickelt und vertreibt, deutliche Umsatzzuwächse. Auch das Immuntherapeutikum Tecentriq schnitt besser ab als erwartet.

Ausblick angehoben

Für das gesamte Geschäftsjahr hebt Roche den Ausblick nun nicht ganz unerwartet leicht an. Zu konstanten Wechselkursen wird neu ein Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich angestrebt. Bislang hatte Roche eine Zunahme im tiefen bis mittleren Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Das Wachstum des Kerngewinns je Titel soll dabei weitgehend dem Verkaufswachstum entsprechen. Ausserdem bleibt die Gruppe bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.

Gewinnzahlen legt Roche nach neun Monaten traditionell nicht vor.

hr/rw