Oerlikon wächst trotz Konjunkturflaute und bestätigt den Ausblick

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Pfäffikon (awp) - Der Industriekonzern Oerlikon hat die Konjunkturabschwächung im ersten Quartal zu spüren bekommen, ist aber insgesamt erneut gewachsen. Die Profitabilität fiel jedoch geringer aus und auch der Auftragseingang lag im Vergleich zum starken Vorjahr tiefer. Aufgrund der vollen Auftragsbücher werden die Ziele für das Gesamtjahr bestätigt.

"Die Top-Line ist gut, insbesondere vor dem Hintergrund der Konjunkturentwicklung, die wir derzeit in den Märkten erleben", sagte Oerlikon-Chef Roland Fischer am Dienstag gegenüber AWP. Obwohl sich das Marktumfeld zunehmend schwieriger gestaltete, hätten beide Segmente beim Umsatz zugelegt und der Konzern eine "gesunde Gewinnmarge" erzielt. "Wie angekündigt, werden wir weiterhin erhebliche Investitionen tätigen, um unser künftiges Wachstum zu sichern", fügte er an.

Der Umsatz von Oerlikon stieg in der Berichtsperiode um 3,3 Prozent auf 624 Millionen Franken. Demgegenüber ging der Auftragseingang um rund 10 Prozent auf 680 Millionen zurück und der Auftragsbestand per Ende März lag kaum verändert bei 652 Millionen.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA war um 2,1 Prozent auf 93 Millionen Franken rückläufig, womit sich die entsprechende Marge auf 15,0 Prozent von 15,7 Prozent im Vorjahr abschwächte. Als Gründe werden die Investitionen und entsprechend höhere operative Kosten genannt. Dadurch hätten Anlagen und Werkstoffe einen höheren Umsatzanteil. Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Auftragseingang übertroffen, beim Umsatz und beim EBITDA jedoch verfehlt.

Surface Solutions mit tieferem Betriebsgewinn

Die beiden Segmente des Konzerns schnitten unterschiedlich ab. Das Geschäft mit Oberflächenlösungen, Surface Solutions, legte sowohl beim Auftragseingang (+0,3% auf 385 Mio Fr.) als auch beim Umsatz (+2,8% auf 371 Mio Fr.) zu. Das Betriebsergebnis EBITDA ging im Segment jedoch um rund 12 Prozent auf 61 Millionen zurück und die Marge fiel auf 16,3 von 19,1 Prozent.

Trotz des schwierigen Marktumfelds sei Surface Solutions auf Wachstumskurs geblieben, insbesondere durch die Bereiche Werkstoffe, Anlagen zur Werkzeugbeschichtung und thermisches Spritzen, vor allem im Luft- und Raumfahrtsektor, hiess es. Im Automobilsektor hingegen gingen die Nachfrage und das Produktionsvolumen zurück, vor allem in China und im übrigen asiatischen Raum. Die geringere operative Profitabilität in diesem Segment sei auf den Produktmix und erwartungsgemäss höhere operative Kosten für Investitionen zurückzuführen.

Manmade Fibers steigert Marge

Bei Manmade Fibers ging der Auftragseingang nach dem rekordhohen Wert aus dem Vorjahr um 21 Prozent auf 296 Millionen Franken zurück. Der Umsatz war jedoch auch hier mit +4,5 Prozent auf 254 Millionen klar positiv. Der EBITDA verbesserte sich um 26 Prozent auf 34 Millionen und die Marge stieg entsprechend auf 13,2 von 11,1 Prozent.

Hier sei das Wachstum vor allem auf das Geschäft mit Filament- und Polymerisationsanlagen zurückzuführen und auch Vliesstoffsysteme hätten unterstützt. Zudem trugen Neukunden in China und im übrigen Asien zum Umsatzwachstum bei, wie das Unternehmen weiter schrieb.

Der im Vorjahr aussergewöhnlich hohe Bestellungseingang sei der Grund für das Minus beim Auftragseingang, und es sei immer noch der zweitbeste Quartalswert seit 2011 erreicht worden. Dies stelle eine solide Grundlage für ein hohes Umsatzvolumen in den kommenden Quartalen dar, ist man bei Oerlikon überzeugt. "Manmade läuft auf vollen Touren und das wird angesichts des Auftragsbestandes auch anhalten", sagte Fischer

Ausblick bestätigt

Die Guidance für das laufende Jahr wird bestätigt, und das Unternehmen rechnet weiter mit einem Bestellungseingang und Umsatz von mehr als 2,7 Milliarden Franken. Die EBITDA-Marge soll über 16 Prozent betragen.

Die weltweite Wachstumsverlangsamung und die unsichere geopolitische Entwicklung würden sich auf die wichtigsten Märkte von Oerlikon auswirken, hiess es weiter. Die Guidance-Bestätigung gründe auf der der positiven Stimmung bei den Kunden, dem starken Bestellungsbestand und der gegen Quartalsende verbesserten Performance.

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