Gurit wächst dank starker Nachfrage aus dem Windenergiemarkt

Wattwil (awp) - Der Spezialkunststoffhersteller Gurit hat sein Wachstum auch im dritten Quartal fortgesetzt. Angetrieben wurden die Verkäufe auch weiterhin von einer starken Nachfrage nach den Gurit-Produkten für den Windenergiemarkt. Der Jahresausblick wird derweil bestätigt.

Insgesamt erhöhte sich der Nettoumsatz in den Monaten Januar bis September um 1,5 Prozent auf 434,8 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Mittwochabend mitteilte. Ohne Währungseffekte und unter Ausklammerung der abgestossenen Geschäfte hätte das Umsatzwachstum bei 10,2 Prozent gelegen.

"Kitting" wächst stark

Die gute Nachfrage am Windmarkt zahlte sich im umsatzmässig grössten Geschäftsbereich "Composite Materials" aus. Dort zogen die Verkäufe um 12,1 Prozent auf 207,8 Millionen Franken an. Die Coronapandemie führte allerdings in weiteren Märkten wie dem Schiffsbau und der Industrie zu schwächeren Verkaufszahlen.

Noch stärker wuchs der Geschäftsbereich "Kitting" (+37,3% auf 174,6 Millionen Franken), der ebenfalls von dem starken Windenergiemarkt profitieren konnte. Der Bereich erhöhe derzeit seine globale Reichweite und verstärke die Produktionskapazität, heisst es.

Rückläufig entwickelte sich dagegen der Bereich "Tooling" (-25,8% auf 67,0 Millionen Franken). Negativ hätten sich eine Verschiebung im Produktmix wie auch pandemiebezogene Reiserestriktionen ausgewirkt, heisst es. Noch einen stärkeren Einbruch gab es bei "Aerospace" (-41,5% auf 24,2 Millionen). Das Geschäft zeige derzeit eine "Stabilisierung auf tiefem Niveau", allerdings noch keinerlei Anzeichen einer Belebung, schreibt Gurit.

Das Unternehmen hat mit dem Gruppenumsatz die Erwartungen der Analysten insgesamt leicht übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt mit einem Umsatz in Höhe von 432,5 Millionen Franken gerechnet.

Prognose unverändert

Für das Gesamtjahr belässt Gurit die bisherige Umsatzprognose unverändert. Wie bereits bei der Publikation der Halbjahresergebnisse mitgeteilt, erwartet das Ostschweizer Unternehmen einen Nettoumsatz von 550 bis 600 Millionen und eine Betriebsgewinnmarge von 9 bis 11 Prozent.

Der neue CEO Mitja Schulz wird nun die Führung von Gurit im Januar 2021 übernehmen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Das Unternehmen hatte die Wahl des Deutschen als Nachfolger des abtretenden Konzernchefs Rudolf Hadorn im August bekanntgegeben, allerdings noch nicht den genauen Termin für den Amtsantritt.

tp/jb