Plazza mit höherem Gewinn dank Neubewertungen

Zürich (awp) - Das Immobilienunternehmen Plazza hat im ersten Halbjahr 2020 den Gewinn dank hoher Neubewertungen deutlich ausgebaut. Demgegenüber verbesserte sich der Liegenschaftsertrag nur marginal. Covid-19 sei im ersten Halbjahr ohne nennenswerte Folgen geblieben, mittel- bis längerfristig wird jedoch mit Auswirkungen gerechnet.

Der Liegenschaftsertrag von Plazza wuchs in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,8 Prozent auf 12,3 Millionen Franken, wie Plazza am Donnerstag mitteilte. Auch das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Neubewertungen bewegte sich mit 9,5 Millionen im Rahmen des Vorjahres (VJ 9,2 Mio).

Bereits zuvor hatte das Unternehmen über einen hohen Erfolg aus Neubewertungen berichtet, der nach den nun definitiven Zahlen 18,7 Millionen Franken nach 9,7 Millionen im Jahr davor betrug. Das trug massgeblich zum Halbjahresgewinn von 21,8 Millionen (VJ 14,3 Mio) bei. Ohne die Neubewertungen wäre der Gewinn um 4,9 Prozent auf 7,9 Millionen zurückgegangen.

Insgesamt sank die Leerstandsquote aller Liegenschaften auf 3,1 von 3,2 Prozent im Vorjahr. Der Leerstand habe jedoch keine Wohnungen betroffen, sondern nur Gewerbeflächen in der Wohnliegenschaft in Wallisellen sowie nicht vermietete Parkplätze und Nebenflächen. Der Wohnanteil an den Mieteinnahmen beträgt 75 Prozent.

Bei den Geschäftsflächen liessen sich die Auswirkungen von Covid-19 auf die Marktlage nicht abschätzen. Aufgrund der generellen Konjunkturlage müsse kurzzeitig mit einem Nachfragerückgang gerechnet werden und der Trend zu Home-Office werde den Geschäftsflächenmarkt wahrscheinlich zusätzlich unter Druck bringen. In den beiden Geschäftshäusern im Giesshübel-Quartier in Zürich sind nach wie vor alle Büroflächen (rund 8'500 m2) vermietet.

Projekte bieten gute Aussichten

Die Entwicklungsprojekte in Crissier und Regensdorf würden mittel- bis langfristig weiterhin vielversprechende Aussichten bieten. In Crissier sei das Baugesuch für die erste Etappe eingereicht worden. Diese mache zwei Drittel des Projekts oder ein Investitionsvolumen von rund 220 Millionen Franken aus. Mit der Erteilung der Baubewilligung wird nicht vor Ende 2020 gerechnet. Die Realisierung des Projekts in Regensdorf sei frühestens in vier bis sieben Jahren geplant.

An dem im März für das Gesamtjahr 2020 vorgelegten Ausblick hält Plazza fest: Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Neubewertung soll in der Grössenordnung von 2019 liegen. Ob es marktbedingt zu weiteren Neubewertungserfolgen komme, könne aus heutiger Sicht nicht abgeschätzt werden.

Mittel- und längerfristig geht das Management davon aus, dass Covid-19 im Geschäftsflächenbereich nicht ganz ohne Auswirkungen bleiben wird und sich Wiedervermietungen gegebenenfalls anspruchsvoller gestalten könnten, wie es weiter heisst.

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