Aktien von Dufry, Swatch und Richemont leiden unter Coronavirus-Sorgen

Zürich (awp) - Die Aktien des Reisedetailhändlers Dufry beginnen den Handel in der neuen Woche mit deutlichen Verlusten. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie schlägt zum Wochenstart nun stärker auf die Finanzmärkte durch. Betroffen sind hiervon an vorderster Stelle Anteilsscheine von Firmen aus stark exponierten Branchen - und somit nebst Dufry auch die Papiere der Uhrenhersteller.

Bis um 09.25 Uhr geben die Dufry-Aktien um 6,6 Prozent auf 78,32 Franken nach. Mit Swatch geht es ebenfalls um 6,0 Prozent auf 230,20 Franken nach unten, mit Richemont um 5,3 Prozent auf 68,26 Franken. Der breite SPI schwächt sich um 2,1 Prozent ab, der SMI gar um 2,5 Prozent. Die wichtigen Indices stehen somit ebenfalls deutlich im roten Bereich.

Im Durchschnitt erlöst die Luxusgüterbranche gemäss Analysten mehr als ein Drittel des Umsatzes mit chinesischen Kunden. Die rasche Ausbreitung des Coronavirus übers Wochenende habe viele Investoren daher erschreckt, heisst es im Handel. Betroffen seien natürlich auch Papiere wie Dufry, lebt der Reisedetailhändler doch vom Konsum der Flugreisenden.

"Spätestens nach den Entwicklungen über das Wochenende in Sachen Coronavirus dürfte auch dem letzten Anleger klar geworden sein, dass es zu früh war, das Thema abzuhaken und die negativen wirtschaftlichen Effekte als eingegrenzt und vernachlässigbar zu erachten", meinte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader.

In China ist die Zahl der Toten durch das Virus am Wochenende sprunghaft angestiegen, und auch Südkorea ist zunehmend betroffen. Sorgen bereitet den Investoren aber ebenfalls der erste grössere Ausbruch des Covid-19 genannten Virus in Europa: So stieg die Anzahl der Infizierten in Italien übers Wochenende deutlich. In der lombardischen Stadt Crema ist das dritte Todesopfer Italiens gemeldet worden.

Italiens Premier Giuseppe Conte versicherte am Sonntag, dass sein Land durchaus rigoros zur Eingrenzung der Coronavirus-Epidemie vorgehen werde. "Wir haben bereits 4000 Kontrollen durchgeführt. Wir sind das erste Land in Europa, das strengere und gründlichere Kontrollen beschlossen hat. Von Anfang an haben wir uns für eine Linie strengster Vorbeugung entschlossen", so Conte in einem TV-Interview am Sonntag.

Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen stellte Österreich am Wochenende kurzzeitig den Zugverkehr mit Italien auf der Brenner-Route ein. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz ergreift trotz steigender Zahl an Coronavirus-Erkrankten in Italien bislang zwar noch keine solchen Massnahmen. Man beobachte die Situation aber "genau", heisst es.

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