SMI dreht nach EZB-Entschied ins Plus

Zürich (awp) - Die EZB hat geliefert. Den ersten Marktreaktionen nach zu urteilen hat sie dabei die Erwartungen erfüllt. Hierzulande zieht der Leitindex SMI an und auch die zuletzt beobachtete Sektorrotation scheint erst einmal gestoppt. Am Devisenmarkt zeigt sich der Franken zunächst wenig bewegt.

Gegen 14.13 Uhr gewinnt der SMI 0,32 Prozent auf 10'131 Punkte hinzu. Damit hat der Leitindex denn auch gleich eine neue Bestmarke gesetzt. Auch in Europa dreht etwa der Dax in Plus und für die Wall Street deuten die Indikationen aktuell auf einen freundlichen Start hin.

Am Devisenmarkt fällt der Euro etwas zurück. Sowohl zum US-Dollar als auch zum Franken notiert er mittlerweile nahe seiner Tagestiefs. Im Gegenzug baut der US-Dollar seine Gewinne auch zum Franken weiter aus.

Die EZB hat den Leitzins zwar unverändert auf rekordtiefen 0,0 Prozent gelassen, den Strafzins für Bankeinlagen hat sie aber verschärft. Statt 0,4 Prozent müssen Banken künftig 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Zudem stemmen sich Europas Währungshüter mit weiteren Anleihenkäufen gegen die Konjunkturschwäche. Ab 1. November stecken sie monatlich 20 Milliarden Euro in Wertpapiere.

Anleihenkaufprogramm überrascht

Andere Marktakteure attestieren der EZB eine gewisse Weitsicht. Der Einlagesatz sei um "nur" 10 Basispunkte reduziert worden. Sobald Christine Lagarde übernimmt, könne sie - falls notwendig - noch eine Schippe draufsetzen.

Von Händlerseite heisst es, das Anleihenkaufprogramm sei hingegen eine klare Überraschung. Zuletzt hat man ja am Markt nicht mehr damit gerechnet. Die Reduktion des Einlagesatzes und der Staffelzins waren dagegen erwartet. Aber die Marktreaktion zeigt, die Kurse steigen, die Massnahmen werden als positiv beurteilt.

Allerdings trifft diese Reaktion nicht auf alle Anlageklassen zu: Nach der ersten Euphorie fallen nämlich vor allem die Aktien aus dem Bankensektor hierzulande und auch europaweit zurück. UBS (-1,8%) und CS (-1,7%) weisen mittlerweile deutliche Abschläge auf. Auf der anderen Seite sind defensive Schwergewichte nach einigen Tagen Abstinenz wieder gesucht. Novartis gewinnen 1,1 Prozent und Roche 0,5 Prozent.

hr/ra