Bossard spürt im dritten Quartal Gegenwind - Ausblick bestätigt

(Wiederholung mit Aktienschlusskurs)

Zug (awp) - Der Industriezulieferer Bossard ist im dritten Quartal 2019 zwar gewachsen. Dennoch macht sich der konjunkturelle Gegenwind beim als frühzyklisch geltenden Unternehmen bemerkbar. Wie schon im zweiten Quartal ist der Umsatz ohne Akquisitionseffekte leicht zurückgegangen.

Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,7 Prozent auf 218,5 Millionen Franken zu. Ohne negative Fremdwährungseffekte resultierte gar ein Plus von 3,2 Prozent, wie der Spezialist für Verbindungs- und Montagetechnik am Donnerstag mitteilte. Mit diesem Umsatz hat Bossard die Erwartungen der Analysten klar übertroffen.

Werden allerdings die positiven Effekte aus Akquisitionen ausgeklammert, sieht das Bild etwas weniger rosig aus. Nach einem ansprechenden Startquartal resultierte im zweiten Quartal organisch - also bereinigt um Akquisitions- und Währungseffekte - ein Minus von 3,9 Prozent, was auch im gesamten ersten Semester für ein knapp negatives Vorzeichen sorgte. Im dritten Quartal resultierte bei dieser Lesart ein um 2,6 Prozent geschrumpfter Umsatz. Die Abwärtstendenz hat sich damit in den vergangenen drei Monaten immerhin etwas abgeschwächt.

Bossard segelt hart am Konjunkturwind

Dass die Verkäufe auf vergleichbarer Basis aber zurückgehen, deckt sich mit den global rückläufigen Indizes der Einkaufsmanager. Bossard spürt konjunkturelle Richtungswechsel als kurzfristiger Zulieferer für ein sehr weites Spektrum in der Industrie jeweils rasch, entsprechend hebt das Unternehmen diese Indizes auch jeweils als wichtige Hinweisgeber hervor.

Obwohl sich das Wirtschaftsumfeld zusehends anspruchsvoller präsentiere, befinde man sich in Europa, der wichtigsten Region für den Konzern, weiter auf Wachstumskurs, so Bossard. Der Quartalsumsatz erreichte 127,1 Millionen Franken, entsprechend einem Plus in Lokalwährungen von 9,6 Prozent. Begünstigt wurde das Wachstum von einer Akquisition in der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Bossard hatte im vergangenen Juni von der deutschen Aquaero-Gruppe den Distributionsbereich der SACS Boysen Aerospace Group übernommen. Ohne diese Übernahme hätte Bossard mit einem organischen Plus von 1,6 Prozent ein deutlich geringeres Wachstum ausgewiesen.

Negatives Wachstum in den USA

Gewachsen ist das Unternehmen auch in Asien, wo die Verkäufe im dritten Quartal 37,6 Millionen erreichten. Auf vergleichbarer Basis ergab sich hier ein Plus von 1,4 Prozent Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China seien vermehrt spürbar, hiess es.

Das negative "Highlight" ist das Amerikageschäft, wo das Unternehmen gemäss eigenen Worten "anhaltenden Gegenwind" verspürt. Die Verkäufe erreichten noch 53,8 Millionen, entsprechend einem organischen Minus von gut 13 Prozent. Dafür macht Bossard den Abschluss einiger Kundenprojekte verantwortlich sowie die geringere Nachfrage wegen der nachlassenden Konjunkturdynamik. Wie bekannt gehören etwa der Landmaschinenhersteller John Deere oder Tesla zu den Bossard-Kunden. Und bei den Lieferungen an Tesla hat sich mit der Lancierung eines günstigeren Models der Produktemix ungünstig entwickelt.

Für die ersten neun Monate weist die Gruppe einen Umsatz von 669,4 Millionen Franken aus, was einem Plus von 1,6 Prozent entspricht. Organisch ging der Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 0,6 Prozent zurück.

Zurückhaltende Aussichten

Den Ausblick auf das Gesamtjahr 2019 bezeichnet Bossard als "zurückhaltend". Die Einkaufsmanager-Indizes entwickelten sich in den relevanten Märkten rückläufig, was auf kurze Frist für ein anhaltend anspruchsvolles Marktumfeld spreche. Zudem hätten sich die politischen Unwägbarkeiten wenig verändert. Dies betreffe insbesondere den Handelsstreit zwischen den USA und China sowie das mögliche Ausscheiden von Grossbritannien aus der EU.

Dennoch hält das Unternehmen an den Prognosen vom vergangenen August fest. Der ursprüngliche Umsatzausblick für das Gesamtjahr 2019 von 900 bis 920 Millionen wurde damals auf 860 bis 880 Millionen Franken reduziert. Für die EBIT-Marge wird nach wie vor ein Wert im unteren Bereich der anvisierten Bandbreite von 10 bis 13 Prozent in Aussicht gestellt.

An der Börse legen die Aktien zum Schluss um 2,4 Prozent zu auf 138,30 Franken zu. Die Ergebnisse seien zwar schwach ausgefallen, aber weniger schwach als befürchtet, hiess es in Marktkreisen unter anderem. Als eine der Hauptsorgen im laufenden Jahr wird das Tesla-Geschäft bezeichnet.

cf/ys