Reisenahe Aktien wie Dufry oder Flughafen Zürich deutlich unter Druck

Zürich (awp) - Titel aus dem Reisesektor stehen am Donnerstag im frühen Handel gehörig unter Druck. Nach den fulminanten Avancen der letzten Wochen waren sie einerseits reif für eine ausgeprägtere Korrektur. Andererseits dürften auch Befürchtungen über eine zweite Corona-Welle in den USA den entsprechenden Aktien zusetzen.

Besonders stark trifft es die Papiere des Reisedetailhändlers Dufry, die um 09.35 Uhr 7,0 Prozent auf 33,19 Franken einbüssen (Tagestief 32,50). Aber auch die Aktien von Flughafen Zürich (-4,0%), Orascom (-4,8%), Jungfraubahn (-2,2%) oder Titlis (-0,7%) werden zum Teil verstärkt auf den Markt geworfen.

Die Titel hätten zuletzt im Zuge der weltweiten Lockerungsmassnahmen und der angekündigten oder bereits erfolgten Öffnung der Grenzen vor allem in Europa massiv zugelegt und notierten entsprechend wieder weit über den Tiefstkursen vom März, heisst es im Markt.

Ein krasses Beispiel etwa ist Dufry. Verbunden mit dem fast totalen Einbruch des Flugverkehrs wegen Corona brach die Aktie des Duty-Free-Shop-Betreibers regelrecht ein und sackte von einem Höchstkurs von fast 100 Franken Anfang Jahr auf bis zu 19,40 Franken am 18. März ab. Vor allem gegen Ende Mai erfolgte dann eine Erholung bis fast auf 40 Franken, praktisch eine Verdoppelung also. Nun sind die Papier von diesem Niveau bereits wieder ein schönes Stück zurückgekommen.

Die Flughafen-Zürich-Aktie derweil ging nach dem 20. Februar in den Sinkflug über und sackte innerhalb weniger Wochen von rund 170 auf unter 83,65 Franken im Tiefst ab. Bis Anfang Juni mit der Wiederaufnahme des Flugverkehrs folgte dann eine Erholung bis auf über 140 Franken.

Auf die Stimmung der Titel aus der Reise- und Tourismusbranche drückt laut Händlern aber auch die Entwicklung an der Corona-Front. Vor allem die Anzeichen einer zweiten Ansteckungswelle in den USA sorge für Unruhe bei vielen Investoren. Laut der Agentur Bloomberg meldete Florida die höchste Zahl neuer Fälle innerhalb einer Woche, und die Krankenhausaufenthalte in Texas stiegen um den Rekord von 6,3 Prozent. Zudem warnte die WHO, dass der anhaltende Anstieg in Lateinamerika Anlass zur Sorge gebe.

uh/ra