Valiant will weiter expandieren und plant Vorstoss in Kanton Zürich

(Meldung mit weiteren Einzelheiten ergänzt)

Bern (awp) - Die Valiant Bank will ihre schweizweite Expansion beschleunigen und plant in den kommenden Jahren die Eröffnung von 14 neuen Filialen. Dabei will sie auch in den Kanton Zürich vorstossen. Für die umfangreichen Investitionen nimmt Valiant auch eine kurzfristige Belastung der Gewinnentwicklung in Kauf.

Ziel sei es, "vom Genfersee bis an den Bodensee mit einem kompletten Finanzangebot für Retail- und KMU-Kunden" präsent zu sein, hält die Bank in ihrer am Dienstag vorgestellten neuen Strategie 2020 bis 2024 fest. Das Institut ist traditionell in den Kantonen Bern und Luzern stark verankert und ist heute mit insgesamt 92 Geschäftsstellen in zwölf Kantonen vertreten.

Sieben Filialen in Zürich

Mit ihren Expansionsschritten will die Valiant 170 neue Vollzeitstellen schaffen, darunter 140 in der Kundenberatung. In den nächsten fünf Jahren werden 50 Millionen Franken in die Strategie investiert, wobei die Mittel auch in die Digitalisierung fliessen sollen.

Von den geplanten 14 neuen Geschäftsstellen sind sieben im Wirtschaftsraum Zürich geplant. Weitere Standorteröffnungen sind ausserdem in der Nordwestschweiz, in der Romandie und in der Ostschweiz vorgesehen. Zudem sollen bestehende Standorte personell verstärkt werden.

Bessere Auslastung

Valiant startete ihre Expansionsstrategie "vom Genfersee zum Bodensee" vor vier Jahren. In den vergangenen Jahren habe man "wertvolle Erfahrungen" gesammelt, wie man Filialen in neuen Marktgebieten aufbaue. Er sei zuversichtlich, dass Valiant auch in den neuen Regionen eine "willkommene Alternative" sein werde, meint CEO Ewald Burgener.

Ziel der Bank ist es auch, ihre bestehende Infrastruktur besser auszulasten und so Skaleneffekte zu erzielen. Valiant habe das Potenzial, "mehrere Milliarden an Geschäftsvolumen" zusätzlich zu verarbeiten, heisst es. Auch die Übernahme anderer Banken wird nicht ausgeschlossen - zuletzt habe dies 2017 mit der Triba Partner Bank "gut funktioniert".

Als Finanzdienstleisterin will Valiant künftig zudem mehr bieten als eine "herkömmliche Bank". Wie bereits bekannt, will sie im November im Raum St. Gallen mit ihrer "Vergleichshypothek" ihren Kunden nicht nur eigene Hypotheken, sondern auch solche von Drittanbietern wie Versicherern oder Pensionskassen anbieten. Zudem verweist sie auf ihre Beteiligung an der Online-Immobilienplattform "AgentSelly".

Intern will Valiant in den kommenden Jahren den Fokus auf Effizienz legen, indem Prozesse vereinfacht werden. So sei es jüngst gelungen, den komplexen Kreditprozess zu digitalisieren und dadurch deutlich schneller und effizienter zu machen.

Gewinn belastet

Die umfangreichen Investitionen in Wachstum und Digitalisierung wie auch die derzeitigen rekordtiefen Zinsen könnten allerdings die Entwicklung des Gewinns kurzfristig belasten, räumt die Bank ein. Sie gibt sich aber zuversichtlich, das Konzernergebnis langfristig wesentlich zu steigern. "Wir säen jetzt und ernten später", sagt VR-Präsident Jürg Bucher in der Mitteilung.

Den Aktionären stellt Valiant eine Erhöhung der Dividende in Aussicht: Für das Jahr 2019 erwägt die Bank eine Erhöhung der Dividende um 60 Rappen auf 5,00 Franken pro Aktie. Zudem will Valiant über die Emission einer "Tier-1-Anleihe" neues Kapital aufnehmen, um das beschleunigte Wachstum zu finanzieren. Das Ziel für die Eigenkapitalquote bleibt denn auch unverändert: Diese solle künftig "in jedem Fall" zwischen 15 und 17 Prozent betragen.

tp/uh