Aktien New York: Dow im Minus - Trump gibt den Partyschreck

NEW YORK (awp international) - Die Begeisterung über mögliche Fortschritte im Handelszwist zwischen den USA und China hat vor dem Wochenende nachgelassen. Denn US-Präsident Donald Trump selbst erwies sich am Freitag als Spassbremse: Es gebe keine Einigung, im Rahmen des geplanten Teilabkommens mit China bereits bestehende Strafzölle aufzuheben, sagte Trump. Und dämpfte damit die Euphorie, die den Dow am Vortag noch auf ein Rekordhoch hatte steigen lassen.

Zuletzt gab der Dow um 0,15 Prozent auf 27 633,74 Punkte nach. China sei stärker an einem Abkommen interessiert als die USA, fügte Trump hinzu. Am Donnerstag hatten Äusserungen der chinesischen Seite den Eindruck erweckt, beide Seiten hätten sich darauf verständigt, bestehende Strafzölle bei Fortschritten in den Verhandlungen schrittweise zurückzunehmen. Immerhin zeichnet sich für den Dow in dieser Woche ein Anstieg um gut 1 Prozent ab.

Der den breiten Markt abbildende S&P 500 handelte zuletzt mit 3084,99 Punkten quasi unverändert. Der technologielastige Nasdaq 100 lag mit 0,07 Prozent im Plus bei 8225,44 Punkten. Auch diese beiden Leitindizes waren am Vortag auf Rekordhochs gestiegen.

Mit Blick auf Einzelwerte ragten die Papiere von Walt Disney heraus, sie lagen mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent klar an der Spitze des Dow. Die Resultate für das vierte Geschäftsquartal lägen über den Erwartungen, sagte Analystin Alexia Quadrani von JPMorgan. In seinem Kerngeschäft wachse der Medien- und Unterhaltungskonzern stark.

Unter die Räder gerieten dagegen die Aktien des kriselnden Bekleidungshändlers Gap. Nach dem überraschenden Rücktritt des Vorstandschefs Art Peck büssten sie 6,7 Prozent ein. Übergangsweise soll nun der Verwaltungsratschef Robert Fisher den Posten Pecks mit übernehmen. Der Abgang von Peck komme plötzlich und unerwartet und werfe Fragen auf, sagte Analystin Alexandra Walvis von Goldman Sachs.

An der Spitze des Nasdaq 100 fanden sich die Papiere des Biotechnologie-Unternehmen Regeneron. Sie legten um 4,2 Prozent zu und profitierten davon, dass ein potenzielles Konkurrenzprodukt des Herstellers AnaptysBio gegen eine chronische Hautkrankheit in einer klinischen Studie gescheitert war. Regeneron hat mit Dupixent ein Mittel gegen die Erkrankung auf dem Markt./bek/he