CS-Aktien fallen zurück - Beschattungsaffäre und schwache Branche belasten

Zürich (awp) - Credit-Suisse-Aktien haben am Montag keinen leichten Stand. Der neue Bericht über weitere Beschattungen kratzt einmal mehr am Image der Grossbank. Konkurrentin UBS bekommt das ebenfalls zu spüren. Händler sprechen aber auch von einer insgesamt eher schwachen Bankenbranche in Europa am Tag vor Weihnachten.

Gegen 9.25 Uhr fallen die CS-Aktien um 0,9 Prozent zurück. Sie sind damit der grösste Verlierer im Leitindex SMI. Die Papiere der Julius Bär (-0,4%) und UBS folgen mit -0,3 Prozent. Auch andere Finanztitel wie Zurich oder Partners Group fallen mit Abgaben zwischen 0,3 und 0,2 Prozent auf. Der Leitindex SMI tritt zeitgleich mit +0,01 Prozent auf der Stelle.

Bei der Credit Suisse hat es eine weitere Beschattung gegeben. So bestätigte die Bank Medienberichte, dass nicht nur Top-Manager Iqbal Khan vor seinem Wechsel zur Konkurrentin UBS observiert wurde. Auch der damalige Personalchef Peter Goerke sei im Auftrag der Bank im Februar 2019 "während einigen Tagen" von einer Drittfirma beschattet worden. Für Konzernchef Tidjane Thiam und den Präsidenten Urs Rohner hat dies allerdings keine Konsequenz.

Wie ein Händler kommentiert, zeigten die neuen Ergebnisse, dass CEO Thiam nichts von den Beschattungen gewusst hat. "Somit beschränkt sich die Causa lediglich auf die beteiligten und bisher bekannten Personen aus dem CS-Konzern", so der Händler. "Damit dürfte das Kapitel nun geschlossen sein."

Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass nicht nur Schweizer Finanzwerte zum Wochenauftakt einen schweren Stand haben. Auch europaweit werden Bankaktien auf den Markt geworfen, wie ein Blick auf den entsprechenden Branchenindex zeigt.

hr/tt