Dätwyler baut wegen "erfreulichem" Bestellungseingang Produktionskapazitäten aus

Altdorf (awp) - Der Industriekonzern Dätwyler profitiert von den globalen Impfkampagnen. Er verzeichnet einen guten Bestellungseingang und baut deshalb die Kapazitäten an verschiedenen Standorten aus. Dies geschieht sowohl in der Produktion des Healthcare- und des Food & Beverage-Geschäfts als auch beim Online-Distributoren Reichelt.

Gesamthaft sollen im laufenden Jahr 120 bis 130 Millionen Franken investiert werden, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Ausbau der Produktionskapazitäten für das Healthcare- sowie das Food & Beverage-Geschäft basierten auf dem "erfreulichen" Bestellungseingang und auf den Wünschen der Kunden.

Die Geschäftseinheit Healthcare beliefert Impfstoffhersteller mit Zubehör für die Bereitstellung von Covid-Impfstoffen wie Elastomer-Komponenten für den Verschluss der Impfdosen. Um Kapazitätsengpässe zu vermeiden, sollen deshalb im laufenden Jahr 75 bis 85 Millionen Franken in zusätzliche Produktionsanlagen in den bestehenden Werken auf allen drei Kontinenten investiert werden. Ein Teil der Mittel fliesse zudem in die zweite Produktionshalle am bestehenden Standort in Indien.

Die Geschäftseinheit Food & Beverage wird insbesondere von einem neuen Zehnjahresvertrag mit Nespresso für die Herstellung von Kaffeekapseln gestützt, den Dätwyler Ende 2020 abgeschlossen hatte. Dieser sowie auch neue Kunden führen zu kontinuierlich wachsenden Bestellungen für Kaffeekapseln. Zur Bewältigung dieser Volumina investiere Dätwyler 2021 rund 30 Millionen Franken in neue Produktionsanlagen am Standort Schattdorf in Uri.

Neues Zentrum für Oberflächentechnologie

Insgesamt beliefen sich die Investitionen in der Schweiz über die Jahre 2020 bis 2022 auf mindestens 80 Millionen Franken. So soll im Schweizer Werk für rund 6 Millionen Franken auch ein neues Kompetenzzentrum für Oberflächentechnologie geschaffen werden. Dadurch wolle Dätwyler seine Kompetenz im Bereich Mehrkomponenteneile in Verbindung mit Elastomeren stärken, welche insbesondere in Systemen für Elektrofahrzeuge eine Rolle spielten.

Auch für den Onlinedistributor Reichelt werden aufgrund der hohen Nachfrage mit einem neuen Versandzentrum für rund 10 Millionen Franken die Logistikkapazitäten erweitert. Von dieser Sparte will sich Dätwyler indes dereinst trennen.

Insgesamt will Dätwyler mit diesen verschiedenen Investitionen die Basis für das künftige Wachstum legen. CEO Dirk Lambrecht zeigt sich denn auch "sehr zuversichtlich, dass wir die für 2021 kommunizierten Ziele einer Umsatzsteigerung auf über 1,1 Milliarden Franken und einer EBIT-Marge um 15 Prozent erreichen werden."

cf/ra