Meyer Burger VRP: Es geht an GV um mehr als nur eine Personalie

Zürich (awp) - Der Zulieferer für die Solarindustrie Meyer Burger reagiert mit einem strategischen Wandel auf die anhaltende Krise der Branche. Verwaltungsratspräsident Remo Lütolf sieht die Neuausrichtung gefährdet, sollte sich die Aktionärsgruppe um die Beteiligungsgesellschaft Sentis mit ihrem VR-Kandidaten Mark Kerekes an der Generalversammlung am 30. Oktober durchsetzen.

Lütolf ist zuversichtlich, dass die Empfehlung des VR zur Ablehnung an der Generalversammlung durchkommen wird und hofft auf eine hohe Aktionärsbeteiligung. Er erachtet eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Co-Chef von Sentis, einer Gesellschaft des russischen Investors Petr Kondrashev, als nicht möglich.

"Wir denken, dass seine fachliche Qualifikation nicht den Ansprüchen an einen Verwaltungsrat eines börsenkotierten Technologieunternehmens genügt", sagte der Meyer Burger VRP in einem Interview mit AWP. Gravierender sei jedoch die Gefahr eines möglichen Rücktritts von CEO Hans Brändle, der den Richtungswechsel bei Meyer Burger vorantreibe.

Sentis habe bisher primär kritisiert und keine relevanten strategischen Vorschläge eingebracht. Die Ablehnung der Zusammenarbeit mit Oxford PV belege zudem eine grundlegende Differenz. Sentis verkenne das Potenzial, das in der Technologie von Oxford stecke. Damit sei Meyer Burger bereits beim nächsten Technologieschritt dabei.

Auch die nun angelaufene Produktion beim strategischen Kunden REC in Singapur ist Teil der Neuausrichtung. Das sei für die erfolgreiche Etablierung von Heterojunction als führende Solartechnologie sehr wichtig, sagte Lütolf. Die ersten 100 von insgesamt 600 Megawatt Produktionskapazität wurden in den vergangenen Wochen hochgefahren und es laufe "wirklich sehr gut", betonte er.

In der Kooperation verfolgt Meyer Burger ein geschütztes Partnerschaftsmodell und erhält abhängig von bestimmten Kennzahlen eine Entschädigung. "Das ist ein Revenue-Modell, welches in der Solarindustrie einzigartig ist", betonte Lütolf.

(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP erschienen)

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