Huber+Suhner führt ab Mai Kurzarbeit ein und kippt Guidance

Herisau (awp) - Die Massnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie schlagen sich auch beim Industriekonzern Huber+Suhner nieder. Der Kabel- und Elektrokomponentenhersteller setzt daher vorübergehend auf Kurzarbeit. Und die Guidance für das Geschäftsjahr 2020 wird ausgesetzt.

Die Massnahmen der Regierungen rund um den Globus wirken sich seit einigen Wochen "spürbar" auf die Nachfrage aus, teilte Huber+Suhner am Freitag mit. Zwar habe sich das Geschäft in China schnell erholt und bewege sich heute auf einem "guten" Niveau.

Doch nun seien andere wichtige Absatzregionen und Werke betroffen. Die Abrufe von Kunden seien in den letzten Wochen "merklich" zurückgegangen und Huber+Suhner gehe davon aus, dass es mehrere Wochen dauern werde, bis sich die Nachfrage wieder vollkommen erholt.

Daher würden die Kapazitäten angepasst. Huber+Suhner plane ab Mai in der Schweiz und in einzelnen anderen Ländern die Einführung von Kurzarbeit. Zuvor habe man vor allem Ferien und vorhandene Zeitsaldi abgebaut.

Die Produktionsstätten sollen aber nach Möglichkeit von der Kurzarbeit ausgenommen bleiben. Denn die Lieferfähigkeit solle aufrecht erhalten bleiben. Und die Versorgung mit wichtigen Materialien und Komponenten habe man zuletzt weitestgehend gesichert.

Auch die Führungskräfte wollen einen Beitrag leisten: Die Mitglieder von Verwaltungsrat, Konzernleitung und höherer Kaderstufen verzichten laut Huber+Suhner vorübergehend auf 10 Prozent ihrer fixen Entschädigung.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 wird derweil angesichts der aktuellen Unsicherheiten zurückgezogen. Im März hatte Huber+Suhner noch eine EBIT-Marge im Bereich von 8 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt.

ra/kw