Roche verliert Diagnostik-Chef Roland Diggelmann

(Meldung ausgebaut)

Basel (awp) - Der Pharmakonzern Roche muss sich für seinen Bereich Diagnostik einen neuen Chef suchen. Roland Diggelmann, der das Geschäft seit sechs Jahren führt und auch Mitglied der Konzernleitung ist, wird den Konzern bereits per Ende September verlassen.

Diggelmann will seine Karriere ausserhalb des Unternehmens fortsetzen, wie Roche am Dienstag mitteilte. Der Diagnostics-Chef verlasse Roche auf eigenen Wunsch, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage von AWP - ohne dies allerdings weiter auszuführen. Diggelmann stiess vor zehn Jahren vom Medizintechniker Zimmer zu den Baslern.

Übergangslösung

Bis zur Ernennung eines Nachfolgers von Diggelmann übernimmt Michael Heuer die Position. Heuer leitet die Region Europa, Naher Osten, Afrika und Lateinamerika des Diagnostik-Geschäfts. Er stiess 1998 durch die Übernahme von Boehringer Mannheim zu Roche.

Die Diagnostik-Sparte von Roche stellt Medizinprodukte für medizinische Laboruntersuchungen her wie Blutzucker-Messgeräte und Insulinpumpen, aber auch Diagnosesysteme. Im ersten Halbjahr 2018 steuerte sie mit 6,23 Milliarden Franken gut 22 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Die Verdienste von Diggelmann wurden in der Mitteilung verdankt. "Ich danke Roland Diggelmann für seine vielen wertvollen Beiträge während seiner zehn Jahre bei Roche und ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft", wird Roche-Chef Severin Schwan in der Mitteilung zitiert.

Den interimistischen Nachfolger Heuer bezeichnete Schwan als "ausgewiesene Führungskraft mit sehr grosser Erfahrung in der Diagnostik".

Der Abgang von Diggelmann wird von Analysten bedauert, sei er doch ein angesehener und erfahrener Manager. Heuer sei aber ein logischer Ersatz, weshalb die Übergabephase kaum Risiken berge, meint etwa Graham Doyle vom Broker Liberum.

ra/rw