US-chinesischer Steuerstreit schickt Luxusgüteraktien auf Talfahrt

Zürich (awp) - Die Aktien der Schweizer Luxusgüterhersteller stehen am Freitag an der Schweizer Börse unter Druck. Die Ankündigung neuer Strafzölle auf chinesische Importen in die USA und handelspolitische Spannungen zwischen Japan und Korea lassen die Anleger bei Swatch und Richemont auf den Verkaufsknopf drücken.

Die Aktien von Richemont notieren um 09.15 Uhr um 2,1 Prozent tiefer auf 83,60 Franken. Swatch brechen um 4,5 Prozent auf 276,80 Franken ein. Damit haben sich die beiden aber bereits wieder klar vom Tagestief gelöst. Derweil tendiert der Gesamtmarkt gemessen am SMI um 0,93 Prozent schwächer.

Der Grossraum China und auch Japan zählen zu den wichtigsten Absatzmärkten der beiden Luxusgüterhersteller. Daher reagieren deren Aktienkurse jeweils sehr sensibel auf Nachrichten aus der Region.

Am Donnerstagabend hatte US-Präsident Donald Trump im Handelskrieg mit China neue Strafzölle auf chinesische Güter angekündigt. Chinas Aussenminister Wang Yi hat dies verurteilt. Dies sei definitiv keine konstruktive Massnahme zur Lösung der Wirtschafts- und Handelsspannungen, sagte er am Freitag im chinesischen Fernsehen. Zudem will sich Trump ausserdem am Freitagabend zu den Handelsbeziehungen mit der Europäischen Union äussern. Händler befürchten eine Verschärfung des Tones im Handelskonflikt mit Europa.

Derweil verschärft sich auch der Handelsstreit zwischen Japan und Südkorea. Die Regierung in Tokio beschloss am Freitag, Südkorea von der "weissen Liste" jener Länder zu streichen, die Vorzugsbehandlungen bei Handelsgeschäften geniessen und Produkte beziehen. Damit droht der Streit über verschärfte Exportkontrollen Japans zu eskalieren - mit noch nicht absehbaren Folgen für die globalen Lieferketten, wie Experten befürchten. Südkorea übte umgehend scharfe Kritik an Japans Vorgehen.

per/tt