Siegfried-CEO: Investitionen in Abfüllanlage für Biontech lohnen sich

Zürich (awp) - Der Pharmazulieferer Siegfried muss für die Abfüllung des Covid-19-Impfstoffes der deutschen Biontech eine neue Anlage bauen. Diese Investitionen lohnten sich, sagte Unternehmenschef Wolfgang Wienand in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem Finanzportal "The Market".

Finanzielle Details wollte Wienand jedoch keine nennen. "Wir werden von diesem Auftrag profitieren", erklärte er. Die Anlage sei zudem auch für andere Produkte nutzbar. Siegfried hatte Mitte September einen Kooperations- und Liefervertrag mit Biontech bekanntgegeben. Wird der Impfstoffkandidat zugelassen, den die Deutschen zusammen mit dem Pharmakonzern Pfizer entwickeln, wird Siegfried diesen abfüllen.

"Der Umsatz, den wir mit dem Auftrag im Falle einer Zulassung verdienen, würde 2021, 2022 und auch über die gesamte Vertragsdauer gesehen im zweistelligen Millionenbetrag liegen", sagte Wienand. Er bestätigte damit frühere Angaben. Der grosse Teil werde allerdings 2022 anfallen, weil erst Mitte 2021 mit der kommerziellen Produktion begonnen werden könne. Biontech hofft noch in diesem Jahr auf eine Marktzulassung.

Der Vertrag gilt zunächst für eineinhalb Jahre. Allerdings haben beide Unternehmen die Absicht geäussert, eine langfristige strategische Zusammenarbeit einzugehen. Biontech habe jüngst von Novartis in Marburg eine Produktionsanlage für Impfstoffe gekauft, sagte Wienand. Marburg liege nur zweieinhalb Autostunden von Siegfrieds Abfüllstandort in Hameln entfernt. "Das ermöglicht eine effiziente und zuverlässige Logistik."

Die Coronapandemie hat Siegfried zwar den Auftrag von Biontech beschert. Umgekehrt drückte das Virus aber auch auf Gewinn und Umsatz des Pharmazulieferers aus dem aargauischen Zofingen. Viele Spitäler hatten nicht dringend nötige Behandlungen aufgeschoben.

"Aktuell sehen wir bei gewissen Therapiegebieten immer noch eine schwächere Nachfrage wegen Covid-19", sagte Wienand dazu. "Insgesamt hat sich die Situation aber normalisiert." Die Frage sei nun, wie die Politik angesichts der wieder steigenden Fallzahlen reagieren werde und ob es wieder Beschränkungen gebe.

tt/rw