Aryzta verkauft Mehrheit seiner Picard-Beteiligung für 156 Mio Euro

(Letzte zwei Abschnitte ergänzt)

Zürich (awp) - Aryzta hat einen Käufer für den Grossteil seiner Beteiligung an dem französischen Tiefkühlprodukte-Hersteller Picard gefunden. Das Unternehmen verkauft einen 43-Prozent Anteil an die Beteiligungsgesellschaft Invest Group Zouari (IGZ) zum Preis von 156 Millionen Euro, wie der Backwarenkonzern am Freitag mitteilte.

Aryzta behält damit einen Anteil von 4,5 Prozent an Picard, der zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden soll. Die Transaktion müsse von den Wettbewerbsbehörden genehmigt und mit den Arbeitnehmervertretern beraten werden, hiess es weiter. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2019 erwartet.

Die Transaktion entspreche gemessen am EBITDA (per März 2019) einem Vielfachen von 9,2x, hiess es weiter. Zusammen mit den Dividenden in Höhe von 91 Millionen Euro hätten sich die Einnahmen aus der Beteiligung auf insgesamt 247 Millionen Euro belaufen.

Bei Abschluss kommt Aryzta aus dem laufenden Devestitionsprogramm auf Einnahmen von 380 Millionen Euro, womit rund 85 Prozent der geplanten Verkäufe umgesetzt seien, wie das Unternehmen weiter schreibt.

Der Konzern war bereits seit 2017 auf der Suche nach einem Käufer für die Picard-Beteiligung. Die nun von IGZ abgegebene verbindliche Offerte sei die erste praktikable Gelegenheit gewesen, deren Wert zu realisieren, hiess es in der Mitteilung weiter.

Die Familie Zouari, der IGZ gehört, freute sich in einem separaten Communiqué darüber, Aktionär des Unternehmens mit über 1'100 Geschäften und 11 Millionen Kunden zu werden. Damit könne sich die Gruppe diversifizieren, während das Kerngeschäft weiter der Premiumhandel bleibe.

Aryzta hatte im März 2015 für einen Anteil von 49 Prozent an Picard 446,5 Millionen Euro gezahlt. In welchem Umfang der Backwarenkonzern nun Wertberichtigungen für die Beteiligung vornehmen muss, konnte Aryzta auf Anfrage von AWP nicht beziffern. Laut ZKB wird ein Buchverlust von etwa 300 Millionen Euro anfallen. Die Bank selbst hatte allerdings im Vorfeld damit gerechnet, dass Aryzta für die Beteiligung nur noch 100 Millionen Euro bekommt. Vontobel dagegen verwies darauf, dass der Preis nicht nur deutlich unter dem Buchwert liege, sondern auch klar unter den Markterwartungen.

yr/ra/jh/tt