LafargeHolcim-Aktien etwas tiefer nach geplatztem Verkauf auf Philippinen

Zürich (awp) - Die Aktien des Zementkonzerns LafargeHolcim sind am Montag im frühen Handel unter Druck. Nach einem geplatzten Verkauf des Geschäfts auf den Philippinen sind sie damit die grössten Verlierer im SMI in einem ansonsten freundlichen Gesamtmarkt.

LafargeHolcim verlieren gegen 9.35 Uhr 1,2 Prozent auf 39,17 Franken, während der Gesamtmarkt gemessen am Leitindex 0,3 Prozent höher notiert. Seit Anfang Jahr summiert sich das Minus für die Titel damit auf 27 Prozent.

Der Verkauf der Beteiligung von 85,7 Prozent an Holcim Philippines zu einem geplanten Erlös von rund 1,8 Mrd Franken sei Teil des Planes gewesen, die Aktivitäten in Südostasien zu devestieren, kommentiert die ZKB. Während die Verkäufe in Indonesien, Malaysia und Singapur erfolgreich über die Bühne gingen, sei der Verkaufsabschluss in den Philippinen wegen behördlicher Verzögerungen immer wieder hinausgeschoben worden.

Wegen der Verzögerungen komme die Absage zwar nicht ganz überraschend, dennoch sei sie eine Enttäuschung, so der ZKB-Analyst. Aktuell gehe LafargeHolcim zwar davon aus, die Aktivitäten in den Philippinen zu behalten. "Wir gehen jedoch davon aus, dass in einem wieder besseren Umfeld ein Ausstieg gesucht wird." Die Gruppe verfüge über Cash und unbenutzte Kreditlinien von über 8 Milliarden Franken und damit über eine starke Finanzposition. Dies bestätige auch die vorgeschlagene Dividende von 2 je Aktie, die an der (morgigen) Generalversammlung zur Abstimmung kommt.

Auch die UBS spricht von einer Enttäuschung - angesichts der hohen Bewertung von damals und jüngsten Kommentaren des Managements, es komme bald zu einem Abschluss. Ausserdem verzögere sich so das strategische Vorgaben, sich aus anspruchsvolleren Schwellenländern zurückzuziehen.

Holcim Philippines operiere in einem wachstumsstarken Markt und sei profitabel, aber die Veräusserung hätte LafargeHolcim geholfen, die Nettoverschuldung um 1,8 Milliarden Franken zu reduzieren, schreibt zudem Vontobel. Aber auch ohne diese Transkation werde sich die Gesellschaft weiter entschulden.

ys/rw