Schindler-Papiere leiden nach Halbjahreszahlen unter Gewinnmitnahmen

Zürich (awp) - Die Valoren von Schindler sind am Freitag mit tieferen Kursen in den Handel gestartet. Der Lift- und Rolltreppenhersteller aus Hergiswil hat im ersten Halbjahr die meisten Analystenschätzungen geschlagen. Nun nähmen einige Anleger aber die Gewinne mit, heisst es im Handel.

Um 09.15 Uhr verlieren die PS von Schindler im frühen Handel 1,0 Prozent auf 289,20 Franken. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert derweil knapp 0,4 Prozent über dem Schlussstand vom Vortag.

Analysten zeigen sich grundsätzlich erfreut über die Zahlen. Da die Ergebnisse und Prognosen über den Erwartungen zu liegen kamen, hätte der zuständige UBS-Analyst gemäss vorbörslichem Kommentar eigentlich eine positive Kursreaktion der Aktie zu Handelsbeginn erwartet. Nun kommt es laut Händlern aber zu Gewinnmitnahmen. Seit Ende April war der Kurs der Aktie stetig gestiegen.

Wie es im Handel für das Papier heute noch weitergeht, das ist laut UBS sowieso noch unklar. Das hänge primär von den Aussagen des Managements an der Analystenkonferenz ab, die für 10 Uhr angesetzt ist, schreibt der Analyst.

Derweil nutzt der Analyst von Goldman Sachs die Schindler-Zahlen zu einem Vergleich mit der Konkurrenz. Das organische Auftragswachstum sei sehr ähnlich wie bei Kone ausgefallen. Das erschwere es, eine eindeutige Aussage über etwaige Marktanteilsverschiebungen zu treffen. Was das Wachstum anbelangt, sei ausserdem Asien das "Highlight".

Probleme mit Blick nach vorne sieht der Goldman-Analyst vor allem beim erwarteten Gegenwind aufgrund der im Communiqué des Konzerns erwähnten Verzögerungen auf den Baustellen sowie den Problemen bei der Rohstoffbeschaffung. Auch die Wechselkurse seien eine "Last", heisst es bei Baader Helvea ergänzend.

Baader-Analyst Christian Obst äussert sich auch zum angepeilten Konzerngewinn von 840 bis 900 Millionen Franken. Unklar sei hier, inwieweit Kosten und Aufwendungen für Restrukturierungen oder etwa das Top Speed 23-Programm schon enthalten seien.

Die ZKB äussert sich zur unveränderten Umsatzguidance, laut der ein Wachstum von 4 bis 7 Prozent in Landeswährungen angepeilt wird. Sie erscheine vor dem Hintergrund der starken ersten Jahreshälfte und des dynamischen Auftragseingangs eher konservativ, schreibt Analyst Martin Hüsler. Doch gefalle ihm der Investment Case mit einem stark wachsenden Neuanlagengeschäft und einem margenstarken Servicegeschäft weiterhin.

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