AMS-CEO will auch im Konsumbereich wieder Marktanteile gewinnen

Unterpremstätten (awp) - AMS-CEO Alexander Everke relativiert die aktuellen Schwierigkeiten im Konsumgütergeschäft. Man arbeite an "zahlreichen Lösungen, die dieses Geschäft in der Zukunft voranbringen und ihm mittelfristig Wachstum bringen werden", sagte der Firmenchef in einem am Dienstag publizierten Interview mit dem Onlineportal "The Market". Und er stellte klar, dass "in allen unseren Endmärkten" Marktanteilsgewinne angepeilt würden.

Anfang Mai hatte AMS bekannt gegeben, dass sich aktuell im Konsumgütergeschäft Marktanteilsverluste abzeichneten und dies einen negativen Einfluss auf den zu erwartenden Jahresumsatz in der Grössenordnung von "weniger als 5 Prozent" haben werde. Konkretere Angaben zu diesem Marktanteilsverlust machte Everke im Interview nicht. Bekannt ist, dass AMS unter anderem den Grosskunden Apple mit Lösungen zur 3D-Gesichtserkennung oder mit Display-Anwendungen für iPhones beliefert.

Everke wiederholte im Interview frühere Aussagen, wonach nun die Kapazitäten an die Entwicklung angepasst würden. "So werden wir in Asien beispielsweise das Personal in der Produktion deutlich reduzieren."

Kein Abschreiber nötig

Der Firmenchef geht zudem nicht davon aus, dass es wegen der Probleme zu einem Abschreiber kommt. Und er erinnerte daran, dass die Konsumelektronik wegen der Fusion mit Osram nicht mehr so zentral sei wie früher. Sie mache nun weniger als 40 Prozent des Umsatzes aus.

Alles in allem "sind wir gerade dabei, eine sehr wertvolle Firma aufzubauen", so Everke mit Verweis auf die "sehr vielen komplementären Technologien" der beiden Gesellschaften. "Wenn man die Nummer eins im Bereich der optischen Lösungen sein will, braucht man nicht nur optische Sensoren, sondern auch Lichterzeugungstechnologien wie LEDs oder Laser, wie sie Osram anbietet", so der CEO.

Verschuldung bald wieder komfortabel

Die Aktionäre müssten sich im übrigen wegen der Verschuldung keine Sorgen machen. Die Verschuldungsquote werde nun zwar ansteigen, innert 24 Monaten solle sie dank des erarbeiteten Cashflows und wegen der geplanten Devestitionen aber wieder auf 2 oder tiefer sinken. "Das ist meiner Meinung nach ein sehr komfortables und solides Niveau."

Die derzeitigen Engpässe in der Industrie machen Everke keinen Strich durch die Rechnung. "Insgesamt gelingt uns das Management von Engpässen gut", sagte er. Spürbar seien diese aber schon. Es gebe zum Beispiel kleine Bereiche, "in denen wir gewisse Schwierigkeiten beim Bezug von Vormaterialien haben und deshalb nicht alle Kunden befriedigen können".

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