Vontobel-Chef: Aufbau in Asien braucht Zeit

Zürich (awp) - Die Bank Vontobel will in Asien wachsen. "60 Prozent des künftigen Bevölkerungswachstums und ein grosser Teil des Wirtschaftswachstums wird in Asien stattfinden. Darum sind wir seit 2007 mit dem Asset Management in Asien", sagte Vontobel-Chef Zeno Staub im Interview mit der "Handelszeitung" (Vorabdruck zur Ausgabe vom 4. Juli).

Im Asset Management werde Vontobel nebst jenem in Sydney auch ein Büro in Tokio eröffnen, kündigte Staub an. Zudem agiere die Bank seit zwei Jahren im Bereich Finanzprodukte als Emittent in Hongkong. "Wir sind zufrieden mit der Entwicklung, aber das braucht Zeit. Das wird ein kontinuierlicher, langsamer Aufbau", erklärte Staub.

Im Private Banking sieht sich Vontobel als geeigneten Partner, wenn Kunden damit begännen, unternehmerischen Wohlstand in Finanzanlagen zu diversifizieren. In Asien seien die Vermögen aber erst am Entstehen und in den kommenden fünf Jahren werde die Bank die asiatische Präsenz stärken, so Staub. Derzeit verwalte Vontobel in der Region Kundenvermögen von mehr als 10 Milliarden Franken.

Weiter will die Bank ihre Online-Beratungslösung "Volt", die sie unlängst mit Raiffeisen lanciert hat, auch ins Ausland bringen. In der Schweiz arbeite man exklusiv mit Raiffeisen zusammen. "Aber es ist absolut unsere Ambition, das international zu skalieren", sagte der Vontobel-Chef. Einem eigenen Digitalauftritt für Retailkunden macht er dagegen eine Absage. "Es entspricht nicht unserer Strategie, in der Schweiz selber eine retailfähige Marke aufzubauen."

Ein Thema sind für Zeno Staub auch kleinere Übernahmen. "Wir suchen nicht gleich morgen wieder eine substanzielle Akquisition, aber würden sicher die eine oder andere Arrondierung machen, wenn sich das ergäbe", sagte er zu diesem Thema.

mk/tp