Aryzta-Aktien tauchen nach Quartalszahlen und Prognosesenkung

Zürich (awp) - Die Aktien von Aryzta sacken am Dienstag nach der Zahlenvorlage deutlich ab. Der Backwarenhersteller hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/19 zwar den Umsatz stärker gesteigert als von Analysten erwartet, aber seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr gesenkt. Analysten sehen den Turnaround deshalb zwar nicht als gefährdet an, doch sei die Guidance wichtig für das Investorenvertrauen.

Bis gegen 9.45 Uhr fallen die Aktien von Aryzta um 8,1 Prozent auf 1,1855 Franken, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,37 Prozent im Minus steht. Allerdings haben die Aktien im Jahresverlauf bislang um fast einen Fünftel zugelegt.

Das organische Umsatzwachstum in der Periode Februar bis April 2019 sei leicht besser ausgefallen als von ihm befürchtet, schreibt Andreas von Arx, Analyst bei Baader Helvea. Damit sei eine weitere Trendverbesserung versus dem ersten Halbjahr und dem Gesamtjahr 2017/18 gelungen, ergänzen die Kollegen der Zürcher Kantonalbank.

Treiber des Wachstums seien dabei die Region Europa und Rest der Welt gewesen, während Nordamerika unter den Erwartungen geblieben sei, erklären die Experten der Bank Vontobel. Als positiv bewertet von Arx, dass sich gemäss Aryzta-CEO Kevin Toland die Profitabilität in Nordamerika stabilisiert haben soll.

Negativ ist seiner Ansicht nach indes die Senkung der Guidance. Dies sei ein weiteres Zeichen dafür, dass die Prognosesicherheit selbst für das Management nach wie vor sehr gering sei. Für Vontobel wirft das die Frage auf, ob die Managementinformationssysteme die für den Turnaround benötigten Daten lieferten.

Für die UBS ist die Prognosesenkung zwar ein Schwachpunkt, insgesamt sieht der zuständige Analyst Aryzta jedoch auf Kurs beim Turnaround. Auch Baader Helvea weist daraufhin, dass das durchzogene Bild bei den Resultaten und beim Ausblick typisch seien in einem mehrjährigen Turnaround. Dennoch dürfte das Vertrauen der Investoren unter der Senkung leiden, wie es etwa bei Goldman Sachs heisst.

Für die ZKB-Experten wiederum dürfte gerade das Investorenvertrauen ausschlaggebend für die Senkung gewesen sein. Diese dürfte nicht zuletzt auch aus taktischen Gründen erfolgt sein, damit aufgrund der besseren Umsatzentwicklung die Konsensschätzungen nicht stiegen. Das neue Management wolle möglichst verhindern, dass es nach den zahlreichen Enttäuschungen der vergangenen Jahre künftig wieder zu Enttäuschungen komme.

sig/tt