Calida-CEO: Wir sind mit allen Marken der Gruppe profitabel

Zürich (awp) - Die Textilindustrie in Europa steht seit längerem unter Druck. Die Umsätze stagnieren oder sind rückläufig. Die Schweizer Textil-Gruppe Calida entzieht sich nach eigenen Angaben diesem Trend. "Wir sind in den letzten zwei Jahren immer schneller gewachsen als der Markt", sagte Calida-CEO Reiner Pichler in einem Interview des St. Galler Tagblatts.

Die Calida-Gruppe hat im ersten Halbjahr den Umsatz um 10,7 Prozent auf 194,3 Millionen Franken gesteigert. Für Calida-Chef Reiner Pichler ist das ein eindeutiger Beleg für die erfolgreiche Strategie seiner Gruppe, die einerseits Wäsche herstellt andererseits mit der Millet Mountain Gruppe aber auch Sportbekleidung und -artikel.

Wegen den Restrukturierungskosten sei 2017 das Geschäft der Millet Moutain Gruppe zwar tatsächlich rückläufig gewesen, sagte Pichler. "Organisch jedoch wachsen die Marken der Millet Mountain Group." Ebenso falsch sei die Annahme, dass bei der Hauptmarke Calida die Verkaufszahlen stagnierten. Calida sei im ersten Semester 2018 um 3,7 Prozent gewachsen. "Im Verhältnis zum insgesamt rückläufigen Wäschemarkt schlagen wir uns sehr gut."

Pichler bestätigte darum auch die Guidance für das Gesamtjahr. "Für 2018 werden wir unsere Ziele wie geplant erreichen - obwohl der warme Sommer es uns nicht leicht gemacht hat." Im März lautete der Ausblick, dass sich Umsatz und Profitabilität im laufenden Jahr stabil entwickeln sollen.

Investitionen in nachhaltige Textilien

Zur Zukunft des Unternehmens sagte Pichler, dass die Gruppe weiter in Innovationen wie den 3D-Druck, kompostierbare Textilien oder Jacken aus Recyclingmaterial investieren will. Beim Vertrieb konzentriere sich das Unternehmen auf Omnichannel - auf die Verzahnung von Online mit stationärem Handel. Einen Abbau im Filialnetz schliesst Pichler dabei aus. "Der stationäre Handel wird in Kombination mit Online wichtiger. Darum werden wir weiter in unser Filialnetz investieren."

Auch kein Thema ist für Pichler ein Wiederaufbau der Produktion in der Schweiz. Tatsächlich gebe es zwar einen Trend in der europäischen Textilindustrie, dass wieder vermehrt in Europa produzierte werde. Calida habe diesen Schritt jedoch schon längst vollzogen. "Für die Marke Calida produzieren wir schon lange fast ausschliesslich in Europa."

Die Gruppe wachse aber auch ohne Produktion in der Schweiz. Mit den zentralen Bereichen wie Design, Marketing, Vertrieb, Logistik, Service, Produktentwicklung oder IT finde ein grosser Teil der Wertschöpfung bereits in der Schweiz statt, sagte Pichler. "Wir bauen am Hauptsitz darum auch die Belegschaft auf, in den letzten zwei Jahren um jeweils 3 bis 5 Prozent pro Jahr - das wird auch 2019 der Fall sein."

lie/cf